reading man

Ich kenne mittlerweile mehr Menschen, die schreiben –  mehr oder weniger ambitioniert, mehr oder weniger erfolgreich (oder auch gar nicht) – als Menschen, die lesen. Und damit meine ich: bewusst lesen. Nicht zur Unterhaltung, Information und aus Langeweile, sondern um sich geistig zu bereichern. Menschen denen es wichtig ist, dass sie lesen und was sie lesen. Die sich nach der Lektüre noch an Autor und Buchtitel erinnern. Die nicht nur lesen, um etwas über Länder, Schicksale und das Leben zu erfahren, sondern auch über sich selbst. Für die Geschichten mehr sind als nur Ereignisse. Für die Sprache eine Kunst ist, Wörter Tiefe haben, Sätze eine Melodie und Seiten einen Klang.

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Ich habe das Gefühl, solche Leser gibt es immer weniger. In meinem persönlichen Umfeld kaum noch. Und wenn dann sind es nur die Frauen. Keine Männer, Männer lesen nicht, Männer schreiben. Bei Facebook, Twitter, in Foren, in Blogs und viele hoffen, irgendwann dann das das erste Buch herauszubringen. Und manchmal gelingt das auch. Aber für wen eigentlich? Es gibt sie doch kaum noch. Die Leser, die das alles wertschätzen. Für die man die ganze Mühe des Schreibens auf sich nimmt. Für die man zäh um jede Formulierung ringt.

Hier im buchrevier gibt es ihn noch. Einen der letzten lesenden Männer. Mich.

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Kontakt
Tobias Nazemi
buchrevier@gmx.de

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Tobias Nazemi
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Gemarkenstr. 138a
45147 Essen
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http://www.brandrevier.com/impressum/

 

 

18 Kommentare zu “reading man

  1. Lieber Herr Nazemi,
    darf ich Sie zur Lektüre meiner „BUCHSTABENSUPPE“ auf mein Buchbesprechungs-Blog einladen? Dort können Sie vergnüglich nachlesen mit welchen Stilblüten Buchhändler alltäglich „bearbeitet“ werden. Aus unachtsamer „Textverarbeitung“ einen präzisen Titel herauszuflitern, kann auch amüsant sein 😉
    Hier folgt der Wink mit dem Link:
    http://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/11/05/abschweifung-nr-1/

    Und wenn Sie ein wahrlich sprachKUNSTwerkliches Buch lesen möchten, lege ich Ihnen „DIE SPIELUHR“ von Ulrich Tukur ans literarische Herz! Die ausführliche Rezension finden Sie ebenfalls auf meiner Webseite.

    Bibliophile Grüße
    Ulrike Sokul
    von Leselebenszeichen

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  2. lieber tobias nazemi,
    in der (lese)tat scheinen die leser die bücher wie geistlose bzw. seichte tv-angebote zu konsumieren. ja, es gibt sie noch, die intellektuellen, wissbegierigen, die literatur als eine art erweiterungsprozess verstehen, als anregung zum weiterdenken, nachdenken, usw..
    ganz nebenbei freue ich mich sehe für jan wagner, denn gerade die lyrik – wobei ich lieber die bezeichnung dichtung vorziehe (wolf wondratschek würde mir geradezu vehement zustimmen – erlebte einmal nach einer lesung eine heftige diskussion mit ihm) verdient es mehr beachtet zu werden. zuweilen sind mir manche literarischen shootingstars suspekt, zumal einige ihre bücher wie drehbücher konziperen und die sprache nicht wie für erwachsene sondern für große konsumkinder verwenden, behandeln. wenn ich einen film sehen möchte, gehe ich ins kino… gute lit. verfilmungen sind rar.
    by the way: einer meiner derzeitigen favoriten: michel houellebecq – schonungslos, einer der systeme hinterfragt, selbst einmal teil (informatiker…) des französischen staatssystems war.
    gute und elanreiche zeit – weiterhin viel engagement und freude mit der literatur
    beste grüße
    michael blümel

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  3. Pingback: Lesen mit Links

  4. Hallo.

    Ich mag deinen Blog und ich mag es, dass du einer der letzten männlichen Leser bist. Damit hast du wahrscheinlich recht. Dennoch scheint es laut deinem Vorstellungstext weniger Bedeutung zu haben, wenn es noch Frauen gibt, die auf diese Art und Weise lesen, die du beschrieben hast. Das finde ich nicht. So viele gibt es davon nun auch nicht. Und ohne mit dem feministen-Zeigefinger wedeln zu wollen: Warum sind alle deine literarischen Helden Männer?

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    • Oh jeeh, bitte keine Gender-Diskussion. Früher habe ich überwiegend männliche Autoren gelesen, daher sind viele meiner literarischen Helden auch Männer. Mittlerweile ist das nicht mehr so. Ich muss die Rubrik unbedingt mal updaten.

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  5. Pingback: 15.01.2016 – Andreas Eigenmann

  6. Hallo Tobias,

    ich folge Dir, weil mir Dein Blog sehr gut gefällt. Vielleicht möchtest Du Dir im Gegenzug auch einmal meinen gerade ein Jahr alt gewordenen Literaturblog indieautor anschauen? Mein anderer Blog bookwatch ist gerade erst ein paar Wochen alt, insofern hat er noch nicht richtig laufen gelernt…

    Ich bin ebenfalls ein wirklich lesender (und ja, ich gebe es zu: auch schreibender) Mann – der zu allem Überfluss – so wie Du – im wunderschönen Essen wohnt. Wenn ich mich nicht irre, waren wir sogar auf derselben Veranstaltung im Café Livres, als Aljoscha Brell dort aus „Kress“ vorlas. Zumindest sprach Bozena in meinem Beisein davon, dass „Tobias vom Buchrevier“ da sei… Ich dachte zuerst an einen Irrtum, denn schau Dir mal in meinem Impressum meinen Klarnamen an… 😉

    Könnte doch nett sein, sich zu verknüpfen – wenn man schon so nah beieinander ist.

    Herzliche Grüße aus Essen nach Essen,
    A. Goldberg

    http://www.indieautor.com
    http://www.bookwatch.de

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