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Blauer Samstag in Zimmer 406

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Es klopft. Ich öffne die Augen und erwache irgendwo im Nirgendwo. Es klopft noch einmal, und gleich darauf öffnet sich die Tür. Augenblicklich bin ich hellwach und schnelle in die Höhe. Ein kurzes „Entschuldigung“ und schon ist die Tür wieder zu. Erleichtert sinke ich zurück in die Federn und versuche mich zu erinnern. Ok, ich bin in Frankfurt, Buchmesse, dritter Morgen. Gestern Verlagsparty und definitiv ein paar Bier zu viel. Kurzer Blick durchs Zimmer. Ja, das auf dem Boden sind meine Klamotten, auch der Rucksack ist da und das iPhone liegt auf dem Nachttisch und lädt. So schlimm kann es also nicht gewesen sein. Auch wenn ich mich an die letzten Stunden kaum noch erinnern kann.

Ja, so ist das also. Ich hab´s ja schon tausendmal irgendwo gelesen. Buchmesse ist Party, ist Saufen, ist Aspirin. Und Buchrevier ist jetzt mittendrin statt nur dabei. Aber nur diese eine, letzte Nacht. Die anderen Abende war ich diszipliniert und bin früh in die Federn, damit ich am nächsten Tag klug und gewählt über Literatur parlieren konnte. Aber heute steht nichts mehr an, es geht zurück in die Heimat. Apropos – voller Schrecken schaue ich auf die Uhr. Gott sei Dank – es ist erst kurz nach 11.00 Uhr, das Hotel-Frühstück hab ich zwar verpasst, aber meinen Zug nach Hause noch nicht. Duschen, Koffer packen und raus auf die Straße. Die frische Luft tut mir gut. Ich gehe zu Fuß zum Bahnhof, Kopfhörer rein und mit dem neuen Foals-Album stellt sich Schritt für Schritt Ernüchterung ein.

Zeit für einen Blick zurück. Was waren das nur für intensive Tage. Ich hab es locker angehen lassen, mir gar nicht so viele Termine gemacht, wollte einfach schauen, mich treiben lassen und Lesungen verfolgen. Und das war genau richtig. Ich hatte Zeit, konnte mich in Ruhe unterhalten und unterhalten lassen. Ich habe meine Lieblingsverlage angesteuert, wurde erkannt und nett bewirtet. Ich habe neue Verlage kennengelernt, Autoren wie Rolf Lappert, Ruth Cerha und noch viele, viele andere gesehen. Und überall die Bloggerkollegen, unterwegs wie ich, in ihrem Element, glücklich, zufrieden, aufgekratzt.

Ich komme aus Frankfurt zurück mit einem Koffer voller Ideen, vielen Empfehlungen, Leseexemplaren und der Gewissheit, dass ich mit dem Projekt Buchrevier auf dem richtigen Weg bin. Ärgerlich ist nur, dass ich mein iPhone Ladekabel im Hotel vergessen habe. Aber irgendwas ist ja immer.

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2 Kommentare zu “Blauer Samstag in Zimmer 406

  1. Hallo, Zimmernummer war 656 aber ansonsten ganz ähnliche Erfahrung. Was nichts daran ändert, dass die Buchmesse in Frankfurt nicht zu toppen ist! Natürlich sind alle im nächsten Jahr wieder da! Liebe Grüsse Reg Dixon

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  2. Pingback: [Sonntagsleserei]: Oktober 2015 | Lesen macht glücklich

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