7 Gründe warum die Corona-Krise eine Chance für die Buchbranche sein kann

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(1) Weil jede Krise eine Chance ist
Eine Krise verändert Menschen. Wer sie übersteht, blickt anschließend anders auf die Welt – ist vorausschauender,  sensibler und vielleicht auch achtsamer geworden. Eines kann man jetzt schon sagen: Corona hat was mit uns Menschen gemacht und hinterlässt bleibende Spuren. Unser Leben wird danach ein anderes sein. Und ganz sicher ist: Auch die Buchbranche wird sich durch Corona massiv verändern – vielleicht gar nicht mal zu ihrem Nachteil.

(2) Weil Verzicht neue Begehrlichkeiten schafft
Das kennt man aus Kindheitstagen: All das, was verboten ist und man nicht haben kann, will man plötzlich unbedingt und sofort. Und natürlich überkommt einen der unbändige Wunsch, ein gutes Buch zu kaufen, gerade dann, wenn alle Buchhandlungen geschlossen sind. Seit einer Woche erwische ich mich mehrmals am Tag bei dem Gedanken, wie schön es jetzt wäre, einfach in die Stadt zu fahren, in meinen Lieblingsbuchladen zu gehen, um ein bisschen zu schmökern. Lasst uns dieses Verlangen konservieren für die Zeit danach.

(3) Weil Langeweile der Anfang von allem ist
Shut Down und das Eingesperrtsein in den eigenen vier Wänden hat etwas wieder hervorgebracht, was man seit Playstation, Internet und Netflix eigentlich für ausgestorben hielt: die Langeweile. Plötzlich haben wir alle wieder Zeit ohne Ende, die irgendwie gefüllt werden muss. Nach einer oder höchstens zwei Stunden hat man das Internet erstmal ausgelesen und auch von der besten TV-Serien schafft kaum einer mehr fünf Folgen am Stück. Was macht man also mit dem Rest des Tages? Die Chance ist groß, dass man vor lauter Langeweile wieder einmal zu einem Buch greift und feststellt, dass damit nicht nur die Zeit wie im Fug vergeht, sondern man beim Lesen in ferne Länder reisen und Menschen nahe kommen kann, ohne sich zu infizieren.

(4) Weil Amazon gar nicht dein größter Feind ist
Jahrelang galt Amazon als Feindbild in der Buchbranche und Jeff Bezos als der Mann, der den deutschen Buchhandel in den Abgrund gestürzt hat. Und jetzt? Jetzt, wo der Buchhandel durch Corona am Boden liegt und Bezos richtig profitieren könnte, zieht er sich aus dem Buchgeschäft zurück und verkündet, dass sich Amazon in dieser Situation lieber auf Haushaltswaren konzentriert. Und da wird auf einmal zweierlei deutlich: wie überlebenswichtig Amazon für die Verlage und Autoren mittlerweile ist und wie groß auf der anderen Seite das Versagen des Buchhandels, dem es mit all seiner Branchenexpertise in all den Jahren noch immer nicht gelungen ist, einen gleichwertig attraktiven Onlinehandel aufzuziehen. Höchste Zeit also, dass sich das endlich ändert.

(5) Weil Buchmesse nicht online geht
Vor einem Monat habe ich noch Witze über Corona und Leipzig gemacht. Doch schon kurz danach war mir gar nicht mehr nach Satire, denn ein Bücherfrühling ohne Buchmesse ist ein ziemliches Trauerspiel.  Wie stark Leipzig fehlt, wird einem erst recht durch die verzweifelten Versuche bewusst, im Netz einen wie auch immer gearteten Ersatz zu schaffen. Hier bewahrheitet sich wieder einmal, was auch für Journalismus und Literaturkritik gilt: online ist immer nur eine Ergänzung aber kein Ersatz.

(6) Weil die Krise immer schon da war
Wenn eine Branche sich mit Krisen auskennt, dann die Buchbranche. Die fetten Jahre kennen viele nur noch vom Hörensagen. Zuletzt war eigentlich immer nur noch Krise, mal mehr und mal weniger. Man hat sich in der Flaute eingerichtet, von der Hand-in-den-Mund gelebt und einen ganz eigenen, prekären Charme ausgebildet. Die Branche hat über die Jahre gelernt, mit wenig auszukommen und das Beste daraus zu machen. Alle wussten, dass es nicht klug und sinnvoll ist, Jahr für Jahr immer mehr Bücher für immer weniger Leser zu produzieren. Doch es wurde trotzdem gemacht, und bisher ist das auch immer gut gegangen.

(7) Weil auch Hoffnung systemrelevant ist
Zweckoptimismus ist gut und gerade jetzt sehr wichtig. Aber machen wir uns nichts vor: Nicht alle werden den Shut Down unbeschadet überstehen. Und den nicht systemrelevanten Kulturbetrieb wird es besonders hart treffen. Dienstleister, Verlage, Buchhandlungen, die schon zuvor nur gerade so klar gekommen sind, sich von Monat zu Monat durchgehangelt haben, all die werden nach der Corona-Krise trotz staatlicher Hilfen wohl nicht mehr da sein. Das ist brutal und schmerzhaft, aber darauf müssen wir uns wohl einstellen. Die Welt verändert sich und mit ihr der Buchmarkt. Und trotzdem bin ich hoffnungsfroh. Vielleicht finden in diesen schweren Zeiten ja doch wieder mehr Menschen einen neuen Zugang zur Literatur. Denn Bücher geben Trost, Kraft und Hoffnung, und das ist in Krisenzeiten dann doch irgendwie systemrelevant.

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Foto: Gabriele Luger

Moritz von Uslar – Nochmal Deutschboden (Hörbuch)

Der erste Teil aus dem Jahr 2009 hat mich schon nicht interessiert. Tendenziös und vorhersehbar, so mein Vorurteil. Was soll da schon anderes als das übliche Dunkeldeutschland-Bashing rauskommen, wenn sich ein westdeutscher Linksintellektueller unters Volk im Brandenburger Hinterland mischt? Und so war auch meine Haltung zum jüngst erschienenen Nachfolgeband ‚Nochmal Deutschboden – Meine Rückkehr in die Brandenburgische Provinz‘. Trotzdem habe ich mal ins Hörbuch reingehört, weil ich von Moritz von Uslar zwar schon viel gehört, aber außer ein paar Zeitungsartikeln noch nichts gelesen habe.

Es hat etwas gedauert, bis ich mich an den kehligen Bariton des Autors, der sein Buch selber liest und dabei immer wieder zwischen Ich- und Reporter-Perspektive wechselt, gewöhnt hatte. Aber schon nach zehn Minuten war ich drin und unendlich froh, dass meine Neugier mal wieder stärker war, als alle Vorurteile. Denn was von Uslar da abliefert, ist mehr als nur eine Reportage aus einer ostdeutschen Kleinstadt. Es ist eine Liebeserklärung an das normale, einfache Leben, an Menschen, die nicht perfekt sind und alles andere als pc, an einen Landstrich, der nicht viel mehr zu bieten hat, als weite Landschaft und beigefarbene Kratzputzfassaden. Nach acht Stunden Hörbuch bin ich nicht nur neuer Fan des Autors, der für mein Empfinden genau das richtige Maß an kritischer Distanz und Empathie zu seinen Protagonisten gefunden hat, sondern einmal mehr auch des Lebens in der Brandenburgischen Provinz.

Ich bin so alt, ich kenne noch die DDR, und zwar in echt und nicht nur aus Romanen. BRD und DDR, West und Ost, das war so grundverschieden – dass das jemals wieder eins wird, hätte ich bis zur Wende kaum für möglich gehalten. Und auch wenn die Staatsgrenze seit 30 Jahren verschwunden ist, die Unterschiede zwischen Ost und West sind immer noch da. In den Familiengeschichten, den Akten der Behörden und vor allem in den Köpfen der Menschen. Egal, ob man das nun gut findet oder nicht: in Castrop Rauxel ist man westdeutsch und in Zehdenick ist man ostdeutsch – es gibt viele Gemeinsamkeiten, aber trotzdem liegen dazwischen Welten. Und wie es ist, zu 100 Prozent ostdeutsch zu sein, das kann man hier nachlesen und hören.

Bei Moritz von Uslar ist die Brandenburger Provinz vor allen Dingen eins: überwiegend männlich. 85 Prozent der handelnden Figuren sind Männer, trink- und schlagfest, und die meisten von ihnen haben grundsätzlich nichts gegen Ausländer, aber…! Die wenigen Frauen, die uns hier begegnen, sind entweder besorgte Mütter, hübsche Bäckereiverkäuferinnen oder alleinerziehende Barfrauen  – aber allesamt nicht mehr als dekorative Nebendarstellerinnen im Deutschboden-Setting. Was in Zehdenick gemacht und gedacht wird, das bestimmen größtenteils die Männer und das ist leider nicht immer klug und durchdacht.

Mich hat verwundert, dass der Reporter nach dem ersten Teil seiner teilnehmenden Beobachtung immer noch so gut gelitten ist. Dass er zehn Jahre danach wieder in Schröders Kneipe ein- und ausgehen kann, ohne angefeindet zu werden. Ganz im Gegenteil, er wurde von der Gemeinde begrüßt wie ein verlorener Sohn, einer der Ihrigen. Kaum einer trägt ihm etwas nach, ist sauer, weil er sich im Buch falsch dargestellt fühlte und nach der Veröffentlichung Probleme bekommen hat. Erst dachte ich, es könnte daran liegen, dass nicht alle das Buch gelesen haben. Aber die Verfilmung werden sich die Zehdenicker mit Sicherheit angeschaut haben, und genau das habe ich im Anschluss an das Hörbuch auch gemacht. Bei YouTube findet man einen Mitschnitt des Films in drei Teilen.

Und wenn man Moritz von Uslar da so betrachtet, wie er breitbeinig durch die trostlosen Straßen geht, mit Raoul und Eric und den anderen Kleinstadtfiguren im Ratskeller rumhängt, dann versteht man, warum er so gemocht wird. Der Reporter ist einfach ein netter Kerl, lustig und unterhaltsam, hat keine Hybris und lässt den Intellektuellen nicht raushängen, ganz im Gegenteil. Er verfügt über eine authentisch anmutende Proll-Credibility, vergleichbar mit Ben Becker, wodurch er sich nahezu unbeschadet in diesen Kreisen bewegen kann. Man spürt seine ehrliche Sympathie und das Interesse an den Menschen in der Kleinstadt, und auch wenn er immer wieder auf Rassismus und Rechtsradikalität trifft, sich viel dummes Geschwätz anhören muss, verliert er nie seine Zugewandtheit.

Seine Rolle ist weniger die eines Reporters, als viel mehr die eines Therapeuten. Jemand, der offen und ohne Vorurteil ist, sich interessiert, die Leute reden lässt und zur richtigen Zeit die richtigen Fragen stellt. Von Uslar wird vorgeworfen, dass er mit seiner Art der freundlich teilnehmenden Beobachtung, das Problem von Ausländerhass und Rechtsradikalismus zu sehr verharmlost. Aber ich bin mir sicher, dass er dadurch viel mehr erreicht, als diejenigen, die sich lautstark empören, anklagen und Menschen, deren Meinung ihnen nicht passt, an den Gesinnungs-Pranger stellen. Denn das verändert gar nichts, das verhärtet nur die Fronten und ist im Grunde auch nicht viel anders, geschweige denn besser, als das Verhalten, das man eigentlich verändern möchte.

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Foto:
Screenshot aus dem Film: Deutschboden

Hörbuch:
Verlag: tacheles! /ROOF Music GmbH
Sprecher: Moritz von Uslar
Dauer: 8h, 12 min
Hörprobe

Print:
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
336 Seiten, 22,00 €

Ingo Schulze – Die rechtschaffenen Mörder

Ich kann vieles in diesem Buch sehr gut nachvollziehen. Ein Protagonist, der Bücher liebt und für nichts anderes als seine bibliophile Leidenschaft lebt, hat grundsätzlich meine vollste Sympathie. Literatur vor dem Vergessen zu bewahren, alte Schätze zusammenzutragen, sie bis an die Decke zu stapeln, mit den Fingerkuppen über die Einbände zu streichen und sich an den Regalreihen nicht sattsehen zu können – das kenne ich nur zu gut. Ein Bücherfreund wie Norbert Paulini, der Held dieses Romans, kann kein schlechter Mensch sein, denke ich – und weiß natürlich, wie naiv so eine Aussage ist.

„Was ist ein schlechter Mensch?“ lautet dann auch die berechtigte Frage gegen Ende dieses Romans. Die Antwort darauf ist simpel und ernüchternd: „Um herauszufinden, was gut ist und was schlecht ist … dafür brauchen wir unser ganzes Leben. Aber ob wir es herausfinden werden?“

Ja, was nützt dann die Lektüre mehrerer tausend Bücher, wenn man danach noch nicht mal so eine einfache Frage beantworten kann? Und überhaupt, welcher Maßstab gilt, wenn es um die politische Gesinnung geht? Ist man gut, wenn man links und schlecht, wenn man rechts von der Mitte steht? Wer legt das fest und fällt am Ende das Urteil? Die Geschichte hat gezeigt, dass das schon mal variiert, dass Gut oder Böse davon abhängen, wo man sich selbst verortet, geistig, moralisch und manchmal auch regional. Und wenn dieser Ort in Sachsen liegt, dann ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass rechts von der Mitte gut und alles andere eben schlecht ist.

Das sind die Gedanken, die mir beim Lesen dieses Romans durch den Kopf gegangen sind. Und die ganze Zeit während der ca. einwöchigen Lektüre war ich unschlüssig: Finde ich „Die rechtschaffenen Mörder“ nun gut oder eher nicht? Erst am Ende stand mein Urteil fest. Gut! Richtig gut. Und zwar gerade, weil es so ein langer Prozess war. Gerade, weil man immer wieder dachte: Was soll das jetzt? Ist das nicht zu billig, zu wenig hergeleitet, zu viel aktueller politischer Diskurs?

Aber während ich das hier schreibe, poppt in meiner Timleine wieder mal die Casa ‚Tellkamp‘ auf. Gleicher Ort, ebenfalls Literaturbetrieb, und wie im Roman von Ingo Schulze stellt sich auch hier die Frage nach der richtigen Gesinnung. Also von wegen konstruiert. Aktueller kann ein Romanthema wohl kaum sein.

Was ich anfangs etwas verwirrend, am Ende aber richtig gut fand, ist die Aufteilung des Romans in drei unterschiedliche Erzählebenen. Im ersten Teil wird die wechselvolle Geschichte des Antiquars Norbert Paulini aus Sicht eines scheinbar neutralen Erzählers geschildert. Die frühen Jahre in der DDR, der Aufbau des Antiquariats Paulini – die ersten Jahre nach der Wende werden sehr detailliert beschrieben. Als Paulini mit seinen Büchern in die sächsische Schweiz umzieht und sich politisch immer mehr rechts positioniert, bricht die Erzählung plötzlich ab. Dann wechselt die Perspektive, und der Erzähler des ersten Teils wird zum Ich-Erzähler des zweiten Teils. Zunächst rollte ich mit den Augen, weil ich dachte, jetzt wiederholt sich alles noch mal. Aber bis auf ein paar Überschneidungen war dem nicht so. Ganz neue Perspektiven, andere Einblicke und eine komplizierte Liebesgeschichte kamen hinzu. Schlussendlich übernimmt die Lektorin des Erzählers der ersten beiden Teile und führt die Geschichte im dritten Teil an ihren Schlusspunkt. Und so sehr ich zwischendurch auch haderte und immer wieder mit dem Gedanken spielte, die Lektüre einfach abzubrechen, so sehr hat es sich am Ende doch gelohnt.

Denn ob ein Roman in meinen Augen gut oder schlecht ist, hängt nicht davon ab, wie stimmig ich den Plot finde oder ob ich mich mit den Protagonisten identifizieren kann. Es hat auch nichts damit zu tun, wie schnell ich durchkomme, ob ich mich beim Lesen schwer getan habe, es spannend oder lustig fand. Nein, entscheidend ist, was sich an Gedanken parallel zum Lesen in meinem Kopf ergibt. Und das waren in diesem Fall eine ganze Menge.

Neben dem, was ich oben schon geschrieben habe, der Frage nämlich, wann ein Mensch gut und wann er schlecht ist, ist es aber vor allem die Figur des ambitionierten Lesers, die mich an diesem Werk fasziniert hat und bei der sich unweigerlich auch Parallelen zu meiner Person ergeben. Wie ist das, wenn einer viel liest? Entzieht sich so jemand der Welt, obwohl er sich doch gedanklich viel intensiver mit ihr beschäftigt, als jeder Nicht-Lesende das jemals tut? Nähert uns die Literatur dem Leben und den Menschen an, oder entfernt sie uns von ihnen?

Und nicht zuletzt, die entscheidende Frage, der sich jeder Literaturfreund einmal stellen muss. Ist mir das Lesen genug, reicht mir dieser Status? Will ich ein Leser sein oder lieber ein Schreiber? Akteur oder Konsument? In meinem Fall ist die Antwort klar: Ich bin Leser und kein Schreiber. Aber wenn man mich fragt, warum ich lese, ist die Antwort klar: um darüber zu schreiben.

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Foto: Gabriele Luger

Verlag: S. Fischer
318 Seiten, 21,00 Euro
nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse

„Ich habe nur gute Erfahrungen mit Bloggern gemacht.“

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Alexa Hennig von Lange ist eine der bekanntesten Autorinnen ihrer Generation und in diesem Jahr Mitglied der Fachjury beim Blogbuster-Preis. Ich habe mich mit ihr über das Schreiben, die Schwierigkeiten, den richtigen Verlag zu finden und die Rolle von Blogs und Social Media ausgetauscht. Bei ihrer Antwort auf die Frage, welche Blogs sie selber liest, stockte mir für einen Moment der Atem. Ich schwöre, sie hat das wirklich gesagt.  

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Buchrevier: Was hat dich an der Aufgabe gereizt, in der Jury des Blogbuster-Preises mitzumachen?

AHvL: Mich interessieren grundsätzlich erzählerische Texte. Ich finde es spannend, wie sich der jeweilige Autor seinem Thema nähert und daraus kann ich immer wieder auch für mich Erkenntnisse ableiten. Gleichzeitig fühle ich mich in meiner Funktion als Jurymitglied natürlich auch an meine schreiberische Anfangszeit erinnert, in der ich darauf hoffte, dass irgendjemand, der nicht meine Mutter oder mein Vater ist, mein Manuskript liest und mir mitleidlos seine Eindrücke mitteilt.

Wie war das in den Neunzigern, als du das Manuskript deines Debütromans Relax fertig hattest? Hast du damals sofort einen Verlag gefunden oder musstest du auch lange suchen?

Meine beste Freundin hat mir damals geholfen, einen geeigneten Verlag für mein Manuskript zu finden. Das heißt, meine Freundin hat sich die Programme von verschiedenen Verlagen angesehen und dann zu mir gesagt: „Da musst Du jetzt Deinen Text hinschicken.“ Ich selbst wäre nie so pfiffig gewesen. Auf diese Weise bin ich sehr zügig an meinen ersten Verlag gekommen. Ich bin meiner Freundin noch heute dankbar für diese Hilfe.

Ist es heutzutage eher leichter oder schwerer mit einem Romanmanuskript bei einem Verlag unterzukommen?

Ich denke, es ist genauso leicht oder schwer wie vor zweiundzwanzig Jahren. Ich bin sicher: ein ansprechendes Manuskript wird auch verlegt. Nur ist die Masse an Neuerscheinungen inzwischen enorm. Davon sollte man sich nicht beirren lassen.

Braucht man in Zeiten des Selfpublishings überhaupt noch einen Verlag?

Das kann ich ganz schwer beantworten. Dazu kenne ich mich einfach zu wenig mit Selfpublishing aus. In jedem Fall kann ich sagen: Ich liebe meinen Verlag und ich bin unendlich froh, dass ich bei Dumont mein schreiberisches Zuhause gefunden habe. So bin ich in ständiger Auseinandersetzung über meine Gedanken, Ideen und Überlegungen. Das ist natürlich ein sehr progressiver Prozess.

Der Buchmarkt hat sich extrem gewandelt. Ist es in deinen Augen überhaupt noch attraktiv (finanziell und in Sachen ‚fame‘) Buchautor/in zu sein? Würdest du deinen Kindern dazu raten?

Ich schreibe ja nicht zuerst für die Berühmtheit, sondern weil ich nicht anders kann. Das Schreiben ist so eng mit mir verwoben, dass ich es nicht von mir trennen kann. Daher muss ich unter Umständen auch damit leben, wenn ein Buch mal nicht so gut funktioniert. Als Schriftsteller lernt man sehr schnell, dass dieser Beruf absolut wechselhaft ist. Und mit dieser Wechselhaftigkeit lernt man zu existieren. Das hilft auch in anderen Lebensbereichen. Ich würde meinen Kindern immer dazu raten, wenn ich spüre, dass das Schreiben ihre Erfüllung ist.

Wie schätzt du generell die Bedeutung von Bloggern/Instagrammern/Youtubern bei der Literaturvermittlung ein?

Ich habe nur gute Erfahrungen gemacht mit Bloggern, Instagrammern und Youtubern. Ich freue mich, dass es diese Verbreitungs- und vor allen Dingen Rezensionsmöglichkeiten gibt. Sie sind sehr direkt und geben mir als Schreiber schnell Rückmeldung dazu, wie meine Bücher empfunden und verstanden werden. Das sind für mich gute Reflektionshilfen, da sie oft spontan, ernsthaft und doch intuitiv sind.

Gibt es Blogs/Kanäle, die du selber verfolgst? Wenn ja, warum?

„Buchrevier“ lesen mein Mann und ich regelmäßig, weil dort die Bücher auftauchen, die uns interessieren, und die auf eine Art und Weise gelesen und rezensiert sind, dass die Besprechungen einen mehrschichtigen Eindruck vermitteln. Ansonsten lese ich auf Instagram immer wieder Kurzrezensionen, so bekomme ich noch allerhand Neuerscheinungen mit. Allerdings muss ich sagen, dass ich aus Zeitgründen generell begrenzte Lesekapazitäten habe.

Du bist als Autorin auf Social Media sehr aktiv. Ist das für Dich ein Marketing-Instrument? Oder, was ist Dein Antrieb dabei?

Interessante Frage. Auf der einen Seite ist es natürlich ein Marketing-Instrument, auf der anderen Seite ist es eine Möglichkeit, von meinen Leserinnen und Lesern zu erfahren, wie sie mein jeweiliges Buch gelesen und interpretiert haben. Das vergrößert mein Verständnis für mein Schreiben. Ähnlich wie die Fragerunden nach Lesungen. Für mich unverzichtbar. Da lerne ich eigentlich erst mein jeweiliges Buch richtig kennen.

Wie wichtig ist die Persönlichkeit des Autors für den Erfolg eines Buches? Sollte man sich politisch äußern, Themen besetzen, Gesicht zeigen?

Das muss jeder für sich selbst herausfinden und entscheiden. Früher kam es mir unerlässlich vor, ständig irgendwo aufzutauchen. Heute ist dieses Bedürfnis kaum noch vorhanden. Ich finde es schön, mich auf mein Schreiben konzentrieren zu können und mit meinen Büchern hoffentlich all das zu erzählen und zu reflektieren, was mich gedanklich wie gefühlsmäßig beschäftigt, somit gesellschaftliche Bewegungen zu erfassen und gleichzeitig meinen Leserinnen und Lesern in ihrem Erleben und Empfinden aus dem Herzen zu sprechen. Und mich darüber mit ihnen zu verbinden.

 

Keine Angst vor Corona: Leipzig ist safe

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Mehr als 230 Messen weltweit wurden aufgrund der Corona-Epidemie schon abgesagt. Zahlreiche weitere Großveranstaltungen stehen zur Disposition. Nur aus Leipzig heißt es weiterhin: Die Buchmesse findet auf jeden Fall statt. Allerdings mit zahlreichen Einschränkungen und speziellen Sicherheits-Vorkehrungen, die zusammen mit sächsischen Hygiene-Experten erarbeitet wurden, um die Ansteckungsgefahr bei Ausstellern und Besuchern auf ein Minimum zu reduzieren. Hier die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen im Überblick: 

Die schärfsten Restriktionen betreffen die Aussteller und Besucher der beliebten Manga-Comic Con, die auch dieses Jahr wieder in Halle 1 stattfinden wird, allerdings diesmal in deutlich veränderter Form. Alle asiatischen Bezüge, d.h. Comics, Kostüme, Devotionalien aus China, Japan und dem asiatischen Raum, dem Hauptverbreitungsgebiet des Corona Virus, sind in diesem Jahr verboten.  Messebesuchern, die als asiatische Manga-Comic-Charaktere verkleidet sind, wird der Messezutritt verwehrt. Erlaubt sind ausschließlich deutsche oder europäische Comic-Charaktere wie Fix & Foxi, Asterix und Obelix oder Tim und Struppi. Vereinzelte Einschränkungen gibt es auch bei Figuren aus Nord-Italien. Die Messeleitung bittet die Cos-Player, sich im Vorfeld über die Herkunft der Figuren, die sie darstellen, zu informieren und entsprechende Herkunftsnachweise bei sich zu führen. 

Doch das sind nicht die einzigen Veränderungen. Da das Buch in gedruckter Form auf Papier ein idealer Überträger für Viren und Krankheitserreger jeglicher Art ist, wird die Leipziger Buchmesse dieses Jahr als reine eBook- und Hörbuchmesse stattfinden. Bücherregale mit echten Büchern, in denen Tausende von Messebesuchern blättern, lesen, hineinatmen und -husten wird es in diesem Jahr nicht mehr geben. Zu hoch ist die Ansteckungsgefahr. Wie die Hygiene-Experten in zahlreichen Tests herausgefunden haben, bleiben je nach Papierbeschaffenheit auch nach gründlicher Desinfektion auf einzelnen Seiten noch Krankheitserreger zurück. Insbesondere die unteren Seitenecken der Messeexponate sind durch die weit verbreitete Unsitte des Umblätterns mittels eines mit Spucke angefeuchteten Fingers, hochansteckend. E-Book-Reader und Abspielgeräte für Hörbücher lassen sich dagegen leicht mit handelsüblichen Desinfektionsmitteln säubern. Spezielle Desinfektionsbeausftragte an den Ständen der Verlage sorgen dafür, dass eine Reinigung der Geräte nach jedem Besucherkontakt erfolgt. 

Durch diese Vorkehrungen bietet die Leipziger Buchmesse Besuchern und Ausstellern nicht nur ein Optimum an Sicherheit, sondern auch ein völlig neues, multimediales Messeerlebnis. Dafür wird jedem Besucher am Eingang ein Hygiene-Set übergeben, bestehend aus Mundschutz, Latexhandschuhen und keimfrei verpackten Bluetooth-Kopfhörern, die während des gesamten Aufenthalts in den Hallen getragen werden müssen. Das bisher auf Buchmessen von vielen als störend empfundene und zudem hochansteckende ‚Socialising‘ entfällt damit komplett, und die Messebesucher können sich voll und ganz auf die literarischen Frühjahrskollektion der Verlage konzentrieren. 

Auch wenn das neue Messekonzept aus der Not geboren wurde, könnten sich zahlreiche  Aussteller durchaus vorstellen, das auch in den kommenden Jahren so weiterzuführen. „Es hat uns schon immer arg gestört, dass die Buchmesse für viele Besucher eigentlich nur ein Ort der Begegnung, des intensiven Austauschs und des hemmungslosen Party-Machens war. Die Literatur kam dabei leider immer zu kurz“, sagt der Verleger eines großen Publikumsverlages, der  nicht namentlich genannt werden möchte. Andere Verlags-Repräsentanten äußerten sich ähnlich.

Besonders positiv wird diese Entwicklung natürlich von den eBook- und Hörbuchverlagen gesehen, die in Leipzig aus ihrer Nische treten und erstmals die Branche als Ganzes repräsentieren. „Corona ist erst der Anfang“, sagt eine führende Hörbuchverlegerin. „Klimawandel, Natur-Katastrophen und globale Epidemien spielen uns in die Karten und zeigen allen, dass digitale Literatur auch dann noch funktioniert, wenn die analoge Welt komplett zusammenbricht.“ 

Ob in Zukunft dann überhaupt noch eine Reise nach Leipzig oder Frankfurt notwendig sein wird, weil man eine Messe wesentlich besser, effektiver und vor allen Dingen gesünder mit einer 3D-Brille im Netz erkunden kann, bleibt erstmal dahingestellt. Die Erfahrungen mit der neuen #lbm2020 werden es zeigen. 

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Disclaimer: Wer berechtigte Zweifel am Wahrheitsgehalt dieses Beitrages hegt, klicke bitte hier für weitere Informationen. 

Katya Apekina – Je tiefer das Wasser

Wenn es draußen in der Welt drunter und drüber geht, die gesellschaftlichen Konflikte immer vielschichtiger werden und schnelle Lösungen nicht in Sicht sind, dann ist wieder einmal Hochsaison für den guten alten Familienroman. Mit Kuscheldecke und `ner Tasse Tee auf dem Lesesofa den Schlagzeilen entfliehen, die Welt im Kleinen betrachten, sich in bekannte Strukturen mit überschaubaren Problemen begeben.

In der Ur-Zelle alles Zwischenmenschlichen kennen wir uns aus: Vater, Mutter, Kind – da kommen wir alle her. Da ist alles angelegt, dort werden die Weichen gestellt und es entscheidet sich, welches Leben wir einmal führen werden. Keiner kann sagen, das gehe ihn nichts an. Und deswegen ist auch nicht weiter verwunderlich, dass Familienromane gerade eine Renaissance erleben. Ob autobiografisch oder fiktional, romantisch verklärt oder anklagend, von etablierten Autoren oder Debütanten – auf den Büchertischen findet man derzeit kaum noch andere Themen. Das ist nicht nur purer Eskapismus, das ist auch der Frage geschuldet, wie man heutzutage überhaupt noch eine größere Menge Menschen erreicht.

Es gibt kaum noch Dinge, die eine Art Wir-Gefühl erzeugen, keine gemeinschaftlichen Erlebnisse wie die große Samstagabend-Familienshow im öffentlich rechtlichen Fernsehen, keinen Thomas Gottschalk, den wirklich jeder kennt. Zu divers ist das Themenspektrum, zu groß die mediale Vielfalt; zu viele Optionen, Leben und Freizeit zu gestalten. Aber Familie kennt jeder. Sie ist die letzte gemeinsame Klammer, die Menschen im 21. Jahrhundert miteinander verbindet. Fluchtpunkt und zugleich Sehnsuchtsort und etwas, wozu alle nicht nur eine Meinung haben, sondern auch ein Gefühl.

Sorry für dieses etwas zu lang geratene Intro. Kommen wir nun zum eigentlichen Thema, dem Debütroman von Katya Apekina. Es handelt sich hier – was jetzt sicherlich keinen mehr sonderlich überraschen wird – um einen klassischen Familienroman, und zwar um einen richtig guten. Mit ganz viel Emotion, interessanten Charakteren, lebendig erzählt und mit einem kreativ konstruierten Spannungsbogen. Erzählt wird die Geschichte von zwei sehr unterschiedlichen Schwestern, Edie und Mae, die nach dem Selbstmordversuch ihrer Mutter in die Obhut ihres Vaters kommen. Dennis Lomack ist ein bekannter Schriftsteller, der die Familie vor mehr als zehn Jahren verlassen hat und seither in New York lebt. Die Schwestern reagieren unterschiedlich auf den so lange abwesenden Vater. Während Edie auf Distanz bedacht ist, steigert sich die jüngere Schwester in einen ungesunden Liebeswahn zum Vater.

Alle auftauchenden Figuren sind gleichzeitig auch erzählende Personen. Der in insgesamt vier Teile, zahlreiche Kapitel und Abschnitte gegliederte – und dabei leider auch etwas zer-gliederte Roman lässt uns Leser immer wieder aus unterschiedlichen Erzähl- und Zeit-Perspektiven auf das Geschehene blicken. Hinzu kommen noch Zeitungsartikel, Prozess- und Krankenakten, die nach und nach immer mehr Licht in die komplexen Familienverhältnisse bringen. Dieser kreative Mix unterschiedlicher Erzählformen ist zwar äußerst reizvoll und verleiht diesem Roman das gewisse Etwas, hemmt allerdings auch den Lesefluss. Obwohl mich die Geschichte nicht eine Minute gelangweilt hat, habe ich doch ziemlich lange für die knapp 400 Seiten gebraucht. Wenn alle vier, fünf Seiten ein größerer Cut kommt und die Perspektive wechselt, ist der Impuls, eine Lesepause einzulegen, um mal eben Mails abzurufen oder bei Facebook nach dem Rechten zu sehen, ziemlich hoch.

Trotz dieser manchmal auch länger dauernden Lesepausen hatte mich dieser Roman die ganze Zeit am Haken und konnte im letzten Drittel sogar noch einen echten Sog entwickeln. Und auch nachdem ich das Buch ausgelesen und zufrieden nickend aus der Hand gelegt habe, ließen mich die Gedanken, die diese tragische Familiengeschichte in mir angestoßen hat, nicht mehr los. Auf alle Fälle hat Katya Apekina sehr eindrucksvoll bewiesen, dass die Komplexität der Probleme in Familien denen in der Welt da draußen in nichts nachsteht.

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Foto: Gabriele Luger

Verlag: Suhrkamp
Aus dem Amerikanischen übersetzt von: Brigitte Jakobeit
396 Seiten, 24,00 €

Buchrevier macht den Twexit

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Es ist nichts Besonderes geschehen: kein Shitstorm oder ähnliches. Ich bin diesen Kanal einfach nur unglaublich leid. Donald Trump treibt da sein Unwesen, Matthias Matussek und eine Vielzahl weiterer Schlaumeier querbeet aus allen Lagern. Hinz und Kunz mit einer Meinung, einem Anliegen: eitel, geltungssüchtig, auf Krawall gebürstet oder anderweitig unangenehm. Ich bekomme das alles anzeigt, obwohl ich diesen Leuten nicht folge. Aber scheinbar tun es die, denen ich folge. Und was sie teilen, liken, kommentieren, das sehe ich zwangsläufig auch.

Aber ich will das nicht, möchte das alles nicht sehen, mich nicht damit beschäftigen. Fünf Minuten Twitter und ich habe so viel negative Energie aufgenommen, dass ich das Gefühl habe, mir wächst ein Pickel mitten im Gesicht. Diese ganzen Schlammschlachten, Empörung hierüber und Empörung darüber. Jeden Tag wird genüsslich eine neue Sau durchs Netz getrieben. Und jeder Willi hat eine Meinung: zu Thüringen, zur FDP, zu Jürgen Klinsmann, zu Dieter Nuhr und Uwe Tellkamp. Je höhnischer, desto mehr Likes, je respektloser, desto größer die Chance, dass das Thema trendet.

Dabei wollte ich mich doch eigentlich nur über Bücher austauschen, dachte, Twitter wäre der Kanal, wo man sich schnell und unkompliziert ein paar Empfehlungen ziehen kann. Kann man auch, aber darüber hinaus wird einem eben auch der ganze andere Müll in die Timeline geschwemmt. Allein der Umstand, dass Donald Trump Twitter zu seinem Lieblingskanal erkoren hat, ist Grund genug, diesem Medium ein für alle Mal den Rücken zu kehren. Nirgendwo sonst ist die Kotzbrocken-Dichte größer. Schlimm finde ich auch, dass mir Menschen, die ich im Real Life oder als Künstler eigentlich schätze, mit ihrer Twitter-Persönlichkeit so sehr auf den Senkel gehen, dass ich eine echte Antipathie entwickle. Am sympathischsten sind mir immer noch die Profile, die keine Twitter-Strategie haben; entweder nicht wissen wie der Hase dort läuft oder sich noch ausprobieren. Aber wenn sie es erstmal gecheckt haben, nerven auch sie.

Mittlerweile nervt mich bei Twitter wirklich alles: die täglichen Nörgeleien an den Unzulänglichkeiten des ÖPNV genauso wie Mikroplastik, MeToo, eMobilität oder das beliebte Großkonzerne-Bashing. Auch bei den Literaturdebatten rolle ich nur noch mit den Augen, allein schon das Wort ‚Debatte‘ regt mich auf. Mich interessiert nicht, wieviele Neuerscheinungen im Frühjahrsprogramm der Verlage von weiblichen Autorinnen sind, ob Joanne K. Rowling angeblich transphob ist und welches Problem Takis Würger mit Würsten hat. Selbst mein eigenes inaktives Twitter-Profil nervt.

Mir gefällt das alles nicht nur nicht, es stört mich, macht mich wütend und hat negative Auswirkungen auf mein seelisches Gleichgewicht. Wenn es erstmal soweit ist, ist es wirklich Zeit zu gehen. Daher habe ich beschlossen, mich von Twitter nach genau fünf Jahren zu verabschieden. Im letzten Jahr habe ich schon fast gar nichts mehr gemacht. Vier Retweets und drei Links zu Blogbeiträgen – mehr habe ich nicht zustande gebracht, damit aber 200 neue Follower gewonnen. Am Ende folgten 2143 Personen meinem mehr oder weniger inaktiven Profil. Vielleicht taugt ja mein Abgang noch für den ein oder anderen höhnischen Kommentar. Und wenn nicht, auch egal. Vermissen muss man mich jedenfalls nicht, denn auf allen anderen Kanälen werde ich noch mein Unwesen treiben und dort weiterhin der, mit einer Meinung, einem Anliegen sein – eitel, geltungssüchtig, auf Krawall gebürstet oder anderweitig unangenehm.

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Foto: Gabriele Luger