10 Fragen an einen Literaturblogger, die sonst niemand stellt.

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Deswegen stell ich sie mir selbst und beantworte sie auch gleich*.

1.Bist du Literaturblogger geworden, weil dein Talent zum Bücherschreiben nicht gereicht hat?

Es gibt genug Beispiele, die zeigen, dass mangelndes Talent Menschen nicht davon abhält, ein Buch zu schreiben oder meinetwegen auch einen Buchblog zu betreiben. Das Schlimme an mangelndem Talent ist ja, dass einem meistens auch das Talent fehlt, fehlendes Talent zu erkennen. Ein Teufelskreis.

1. a) Du hast die Frage nicht beantwortet.

Stimmt. Ja.

2. Geht dir einer dabei ab, wenn du ein Buch so richtig verreißt?

Haha! Ja, als junger Mann – so Anfang Zwanzig – hätte mir das durchaus passieren können. Da fand ich Streitgespräche und Debatten total cool, hatte Spaß daran, mich intellektuell zu messen, andere herauszufordern und ihnen meine Meinung unverblümt ins Gesicht zu sagen. Mittlerweile bin ich etwas milder und freundlicher und in vielerlei Hinsicht nicht mehr so schnell erregbar.

3. Haben Literaturblogger Groupies?

Fans, die kreischen und Selfies mit einem machen wollen? Nein, so weit wie Youtube-Stars sind Buchblogger noch nicht. Leider.

4. Hättest du gerne welche?

Groupies? Moment, ich frage mal meine Frau. ‚Schatz, hast du was dagegen, wenn ich…okay…ja, kann ich verstehen…alles klar’. Also nein, wir wollen keine Groupies. Aber ich habe ziemlich viele Follower bei Facebook. Zählt das auch? 90 Prozent davon sind weiblich. Wenn ich manchmal allein zu Hause bin, klicke ich hin und wieder durch die Liste und denke mir: Holla!

5. Gibt es etwas, was du an anderen männlichen Bloggern gut findest?

Ja, gibt es. Ich wäre gerne so groß wie Tilman Winterling, so beliebt wie Uwe Kalkowski und so smart wie Leander Wattig.

6. Hast du Freunde im Feuilleton?

Ja, ich bin sehr gut mit Ijoma Mangold, Julia Encke und Richard Kämmerlings befreundet. Leider ist die Beziehung etwas einseitig, denn sie sind nicht mit mir befreundet.

7. Können lesende Männer eigentlich auch Männersachen, wie einen tropfenden Wasserhahn reparieren?

Klar, aber sie machen es nur in Notfällen. Wenn man einmal mit diesen Männersachen angefangen hat, hört das nie mehr auf. Dann ist da noch ein Baum, der gefällt, ein Stuhl, der geleimt, eine Gardinenstange, die angebracht werden muss. Und was ist mit dem Buch, das noch gelesen werden muss?

8. Deine Meinung zu Maxim Biller?

Ich mag seine Brille und seinen jüdischen Humor.

9. Hast du schon mal ein Buch besprochen, dass du gar nicht gelesen hast?

Ich lese jedes Buch zumindest an. Aber ja, manchmal reichen mir zwanzig oder dreißig Seiten, um zu wissen, dass ein Buch einfach nur nervt, dass das nichts für mich ist und mir das Lesen einfach keinen Spaß macht. Dann höre ich damit auf und schreibe meine Gründe auf. Manche Blogger quälen sich bis zum Schluss durch und schreiben dann noch nicht mal einen Verriss, weil sie nur Bücher vorstellen, die sie auch gut finden. So einer bin ich nicht.

10. Hat dir ein Verlag oder ein Autor schon mal ein unmoralisches Angebot gemacht?

Ich warte seit Monaten darauf, dass mir ein Verlag Geld dafür bietet, bestimmte Bücher nicht zu lesen. Aber auf diese Idee kommt wieder keiner.

 

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Foto: Gabriele Luger

*) Wer Lust dazu hat, diese Fragen ebenfalls zu beantworten, ist herzlich eingeladen. Auf der Buchrevier-Facebookseite gibt es auch eine weibliche Version der Fragen.

 

 

 

7 thoughts on “10 Fragen an einen Literaturblogger, die sonst niemand stellt.

  1. Oh, ich wollte so gerne Groupie werden.
    Nun ja, vielleicht befreunde ich mich lieber mit deiner Frau. Sie scheint ganz vernünftig zu sein!
    Ich habe auch einen Mann der viel liest, aber Wasserhähne nicht repariert (noch nicht mal im Notfall). Vielleicht schließt sich das aus?

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  2. Da stellt sich für mich wieder einmal die Frage, was das Talent zum Schreiben ist und wie man merken kann, daß es einem, einer fehlt?
    Angeblich fehlt es mir ja, schreiben zumindstestens ein paar sehr kritische Leser, aber ich denke, wenn man schreiben will, soll man es tun und dann kann man es wahrscheinlich auch, heißt es ja „learnig by doing“ und um diese Frage für mich selber zu beantworten, ich blogge und ich schreibe und das Bloggen ersetzt das Erstere nicht, ergänzt es aber vielleicht, liebe Grüße aus Wien!

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