Vea Kaiser – Rückwärtswalzer

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Man tut diese Gattung allzu schnell als konventionell und rein unterhaltend ab, aber eigentlich ist das die Königsdisziplin der Literatur: der Familienroman. Wer als Schriftsteller oder Schriftstellerin unsterblich werden will, sollte in seiner Laufbahn wenigstens ein großes Familienepos geschrieben haben. Dann, ja nur dann besteht die Chance, einmal mit Fontane, Mann oder Fallada, Bronté oder Austen, Tolstoi oder Dostojewski in einem Atemzug genannt zu werden. Angesichts des schleichenden Bedeutungsverlusts der Literatur ist es sehr unwahrscheinlich, dass jemals noch ein zeitgenössischer Autor in die Hall of Fame der großen Romanciers einziehen wird, aber trotzdem: der Familienroman ist und bleibt die Messlatte.

Die Familie als Ursprung allen Seins – als Heimat, Kraftquelle, Sehnsuchtsort oder aber Trauma und Last – das war immer schon ein zentrales Thema in der Literatur. Selbst Homer erzählt in seiner Odyssee nichts anderes als eine Familiengeschichte. Aber im Moment trendet das Thema wieder ganz besonders. Wohin man auch schaut, alles dreht sich momentan um Blutsbande, das Vater-Mutter-Kind-Ding in unendlichen Variationen. Vielleicht ist dies der zunehmenden Alltagskomplexität geschuldet, der Auflösung vertrauter Konventionen und Rollenbilder. Vielleicht sind wir alle schlichtweg überfordert mit den gesellschaftlichen Veränderungen und schauen deswegen mit sehnsüchtigem Blick so gerne auf vermeintlich einfache Zeiten zurück.

Gerade hat Vea Kaiser ihren dritten großen Familienroman in Folge vorgelegt und wenn man sich vergegenwärtigt, dass die österreichische Autorin gerade mal 30 Jahre alt ist, ist das eine wahrhaft beeindruckende Leistung. Wenn man dann noch bedenkt, dass beide Vorgängerromane, sowohl Blasmusikpop als auch Makarionissi, internationale Top-Bestseller waren, die sich nicht nur exzellent verkauften, sondern auch von der Literaturkritik sehr wohlwollend aufgenommen wurden, wird man vielleicht erahnen können, unter welchem Erwartungsdruck die Autorin mit ihrem dritten Roman steht. Sie hat sich vier Jahre Zeit gelassen, nebenher noch ihr Alt-Griechisch-Studium abgeschlossen, den Mann fürs Leben gefunden und geheiratet, und jetzt betritt sie mit „Rückwärtswalzer“ wieder die große Bühne. Und wer sie einmal live erlebt hat, weiß, dass sie genau dahin gehört. Vea Kaiser ist eine literarische Rampensau, die übersprudelnd und mit weit ausholenden Gesten ihre Zuhörer in den Bann zieht. Eine ihrer Lesungen sollte man sich daher nicht entgehen lassen.

Doch kommen wir zu Rückwärtswalzer. Um es gleich vorwegzunehmen: Sie hat wieder abgeliefert. Großes Vea Kaiser-Familienepos Nr. 3 – und mit Sicherheit ein Bestseller in spe. Handwerklich gekonnt, emotional bewegend, pageturnend. Tolle, liebevoll skizzierte Charaktere, die wir Leser von der Wiege bis zur Bahre begleiten dürfen; von Montenegro nach Österreich und wieder zurück, vom Bauernhof in die Stadt, in Beziehungen hinein und wieder hinaus. Über Jahrzehnte beschreibt sie die Geschicke der Familie Prischinger. Fünf Geschwister, die in den vierziger und fünfziger Jahren auf einem Landgasthof aufgewachsen sind. Einer stirbt, die anderen wachsen heran, ziehen aus, machen alle auf ihre Art mehr oder weniger ihr Glück, verlieren sich aber nie aus den Augen und zumindest die drei Schwestern Mirl, Hedi und Wetti kommen in der Mitte ihres Lebens wieder zusammen. Ab da hängen sie tagein und tagaus bei Kaffee und Kuchen, panierten Schnitzeln, Tafelspitz, Grießnockerlsuppe und Kaiserschmarrn in Mirls oder Hedis Küche zusammen – streitend, lamentierend, aber wenn es drauf ankommt, stehen sie zusammen. Und dann is da noch ihr Neffe Lorenz Prischinger, semi-erfolgreicher Schauspieler in einer Schaffenskrise und dadurch in akuter Finanznot. Er zieht vorübergehend bei seinen Tanten ein, und gemeinsam erfüllen sie dem plötzlich verstorbenen Onkel einen letzten Wunsch, indem sie seinen Leichnam in seinen Geburtsort nach Montenegro transportieren. Und wer Ende der Achtziger die US-Kömödie „Immer Ärger mit Bernie“ gesehen hat, wird jetzt vielleicht erahnen, wie sie das gemacht haben.

Und obwohl ich erst dachte, jetzt bricht es, jetzt driftet die Geschichte ins slapstickhafte ab, fängt die Autorin das erzählerisch gekonnt auf und lässt es nicht ins allzu Humoreske entgleiten. Ok, am Ende wird es dann noch ein wenig kitschig, aber nur ein ganz kleines Bisschen. Das Happy End ist für meinen Geschmack ein wenig zu sehr Hollywood, aber auch das verzeiht man der Autorin nach über 400 Seiten hochmeisterlich erzählter Prosa allzu gerne. Ich glaube, Vea Kaisers Stärke ist, dass sie zu hundert Prozent in ihrer Geschichte ist, nicht irgend etwas fabuliert, antizipiert und sich auch nicht einfach nur in ihre Figuren hineinversetzt. Nein, im Moment des Erzählens ist sie tatsächlich jede einzelne Person ihres Romans – der Willi, der Lorenz, die Mirl und natürlich die Hedi. Und daher freue ich mich schon sehr, sie in Leipzig beim Lesen aus ihrem neuen Roman zu erleben, mit diesem typischen Wiener Timbre, übersprudelnd und mit weit ausholenden Gesten.

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Foto: Gabriele Luger

Verlag: Kiepenheuer & Witsch
432 Seiten, 22,00 Euro

Michael Kumpfmüller – Tage mit Ora

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Ich kann mir schon vorstellen, was einige meiner jüngeren Bloggerkollegen zu Michael Kumpfmüllers neuem Werk sagen würden, wenn sie es denn jemals lesen sollten. Sowas ähnliches wie: alter weißer Mann schreibt ein Buch über einen alten weißen Mann, der mit einer deutlich jüngeren Frau auf Reisen geht, seinen zweiten Frühling erlebt und gedanklich sein Leben noch mal Revue passieren lässt. Solche Geschichten, höre ich sie sagen, kennen wir von anderen alten weißen Männern wie Bodo Kirchhoff oder noch älter: Martin Walser. Das ist so gewöhnlich, so ausgelutscht, so wenig zeitgemäß. Kein debattentaugliches Thema, kein politisches Statement, kein LGBTQ, ja noch nicht mal irgendwas mit Georgien. Wer soll sowas lesen? Wo ist die Botschaft? Wem kann man heutzutage noch so ein langweiliges Buch verkaufen?

Mir zum Beispiel. Mittelalten Männern, die vorzugsweise unaufgeregte, leise Geschichten präferieren. Mit Protagonisten, die einem ähneln, die weniger Leben vor als hinter sich haben, die zwar enttäuscht und frustriert sind, aber ihren Lebensmut trotzdem nicht verloren haben. Oldschool-Typen, die Frauen noch als entzückende Wesen bezeichnen, sich Hotelzimmer für 200 Dollar mieten und junge Musik hören, um nur so alt zu erscheinen, wie sie sich fühlen. Solch gesettelten Kunden kann man auch ein Buch mit weniger als 180 großzügig formatierten Seiten für stolze 19 Euro verkaufen. Menschen, für die das Lesen von Büchern eine Art Trost ist; Ablenkung von, und ein Sich-Arrangieren mit Dingen, die nun mal so passiert sind.

Auch wenn die Twentysomething-Generation das in ihrer juvenilen Hybris nicht glauben mag, die meisten von uns mittelalten Knackern sind ganz zufrieden mit sich, wollen gar nicht mehr jung sein, sondern denken vielmehr mit Schrecken an die Irrungen und Wirrungen ihrer jungen Jahre zurück; all die verpassten Chancen, unausgegorenen Ansichten und Peinlichkeiten. Kein verkrampftes „ich will, ich muss, ich brauche unbedingt“ mehr, stattdessen lieber: „ich weiß, hab ich schon gehabt und schaun mer mal, was noch kommt“.

Genauso unaufgeregt und entspannt, wenn auch mit Unterstützung entsprechender Psychopharmaka, kommt der mittelalte Protagonist dieses kleinen sympathischen Romans daher. Mitten in einer Lebenskrise lernt der namenlose Erzähler die zehn Jahre jüngere Ora kennen. Und anstatt in seinem Lebensüberdruss vom Balkon zu springen, stürzt sich der über 50-jährige in eine Beziehung mit der für ihn so entzückenden Person. Auch Ora hat bereits ein vielfältiges Beziehungsleben hinter sich, hat ihre Blessuren davongetragen und ebenfalls Trost in kleinen bunten Pillen gefunden. Sie nähern sich zaghaft an und beschließen irgendwann, zu verreisen. Denn – so beider gemeinsame Lebenserfahrung – bei keiner Gelegenheit lernt man sein Gegenüber besser kennen,als beim gemeinsamen Reisen. Und so geht es noch vor dem ersten Sex auf einen Roadtrip durch die USA, den Spuren eines Songs der Band Bright Eyes folgend. Auf dieser Reise kann der erzählende Protagonist dann seinen größten Trumpf ausspielen: absolute Entspanntheit, sich selbst zurücknehmen, alles mitmachen und immer gute Laune haben. Eigenschaften, die auf Reisen mehr zählen als jede Bikini-Figur, die man aber erst im Alter richtig zu schätzen weiß.

Es war mir eine wahre Freude, diese beiden turtelnden BestAger auf ihrem Urlaubstrip zu begleiten, die zaghafte Annäherung und das respektvolle, wertschätzende Miteinander zu verfolgen, bei der die sexuelle Komponente zwar nicht ausgeschlossen ist, aber nicht im Vordergrund steht. Denn beide haben diesbezüglich schon genug erlebt, es an den ungewöhnlichsten Orten getrieben, alles ausprobiert – im Auto, im Wald und im Maisfeld – und letztlich festgestellt, dass es in einem bequemen Bett und mit einem liebevollen Menschen immer noch am schönsten ist.

Und das ist es auch schon, was als Erkenntnis nach dem Lesen dieses mit außerordentlicher Leichtigkeit geschriebenen Buches übrig bleibt. Dass man sich im Leben zwar viel vornehmen und erreichen kann, es aber alles nur halb so viel wert ist, wenn man es nicht teilen kann. Entweder auf Facebook oder Instagram oder eben auf althergebrachte Art: mit dem richtigen Partner an seiner Seite.

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Foto: Gabriele Luger

 

Verlag: Kiepenheuer & Witsch
179 Seiten, 19,00 Euro

 

Eva Menasse – Tiere für Fortgeschrittene

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Je älter ich werde, desto mehr verfestigt sich bei mir der Eindruck, dass die besten deutschsprachigen Autoren Österreicher sind. Ein Thomas Glavinic, eine Ruth Cerha, Valerie Fritsch, ein Clemens Setz, Daniel Kehlmann oder eine Eva Menasse – die sind einfach eine Klasse für sich. Die können schreiben, was sie wollen – es ist immer irgendwie gut. Ich meine, man muss einem Österreicher ja nur mal zuhören: dieser Singsang, das melodische Artikulieren, die alpenländischen Sprachschnitzer und Verniedlichungen. Das Spielen mit der Sprache ist dort unten Kulturgut, wird jedem Bub und Mädel praktisch direkt in die Wiege gelegt.

Kein Wunder also, dass die österreichische Autorin Eva Menasse mit ihrem aktuellen Kurzgeschichtenband vor allem sprachlich begeistert. Jede Geschichte in „Tiere für Fortgeschrittene“ ist ein kleines Juwel, fein geschliffen und funkelnd. Wer sie sich laut vorliest, hört die Melodie, spürt den Rhythmus der Komposition. Noch dazu beherrscht Menasse, was beim Schreiben von Kurzgeschichten besonders wichtig ist: das Weglassen, Abwerfen von Ballast und auf den Punkt kommen. Denn der Raum ist begrenzt. Dreißig, vierzig Seiten für eine ganze Welt – für den Einstieg, die Hinführung und das Finale. Für die komplette Katharsis, das Kennenlernen der Protagonisten, für Identifikation oder Abgrenzung. Da ist kein Platz für Überflüssiges, da verliest sich nichts. Da muss alles passen und sitzen.

Das können nicht viele. Die meisten Kurzgeschichten-Autoren überfrachten, verquatschen oder verzetteln sich. Gerne wird auch bedeutungsschwanger abgebrochen und eine halbgare Geschichte der Phantasie des Lesers überlassen. Das alles passiert hier nicht. Tiere für Fortgeschrittene bietet Kurzgeschichten wie sie sein sollen. Zwei bis maximal vier handelnde Personen, ein überschaubares Setting und ein konsequent verfolgter Handlungsstrang. Eva Menasse ist ein Vollprofi, verliert nie die Kontrolle über den Plot und hat ihre Leser vom ersten bis zu letzten Satz am Haken.

Jede der acht Geschichten beginnt mit einer Tiergeschichte, kurze Zeitungsmeldungen, ‚Wussten-Sie-schon‘- Randnotizen über Haie, Igel, Raupen, Schafe, Schlangen und Enten. Das ist der rote Faden dieses Buches. Die Geschichten sind alle von diesen Tiergeschichten inspiriert, mal mehr, mal weniger. Da taucht der Igel, dessen Kopf in einem Eisbecher von McDonalds feststeckt, plötzlich direkt in der Geschichte auf. Dann wieder steht die Schlange, die sich einen Baum hochschlängelt, symbolisch für den Alltag einer Kleinfamilie in der multikulturellen Großstadt. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich diesen roten Faden überhaupt bräuchte. Ohne das wären die Geschichten nicht einen Deut schlechter. Aber es würde dann auch etwas fehlen.

Eigentlich ist jede der acht Erzählungen ein kleines Meisterwerk. Aber zwei haben mich ganz besonders bewegt. In „Raupen“ wird die Geschichte eines älteren Ehepaars erzählt. Sie dement und pflegebedürftig, er desillusioniert und gezwungen, sich zu kümmern. Die Kinder mit Ihren Sorgen und Ansprüchen, der Enkel mit seiner Unbedarftheit, die ganzen Rückblenden, Erinnerungsschnipsel, der Abgleich zwischen damals und jetzt. Schließlich das ernüchternde Fazit – Leben ist nichts anderes als der Anfang vom Sterben. Wie die Tabakschwärmer-Raupen, die sich beim Fressen ihr eigenes Grab schaufeln.

Ein anderes Geschichten-Highlight beschäftigt sich mit einem Typ Frau, dem man besonders im Kulturbetrieb häufig begegnet. Micol, „ein entzückend exaltiertes Wesen mit vielen Talenten, hatte es zu nicht mehr als zu einer wohlbestallten Ehe mit einem nach außen hin milden Mann gebracht“. In wenigen Sätzen skizziert Menasse diesen Typ Frau. Ich kann Micol regelrecht greifen, höre das Geplapper, sehe ihre Mimik, die ausdrucksstarken Gesten, den kecken Augenaufschlag.

Natürlich braucht jede Geschichte ihre Entsprechung beim Leser. Wenn ich nicht schon so alt wäre und das alles nicht irgendwie kennen würde – entweder selbst erlebt, schon mal gedacht oder erträumt hätte – dann würde ich trotz aller sprachlichen Brillanz vielleicht anders urteilen. Ob Menasses Kurzgeschichten auch eine jüngere Zielgruppe begeistern können? So wie Karen Köhler oder die damals noch junge Judith Hermann? Aber das muss auch nicht. Wie der Titel schon sagt, geht es hier schließlich um „Tiere für Fortgeschrittene“.

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Verlag: Kiepenheuer & Witsch
320 Seiten, 20,00 €

 

Michael Kumpfmüller – Die Herrlichkeit des Lebens 

3

Normalerweise weiß ich ja, was ich da gerade für ein Buch lese. Ich informiere mich im Vorfeld, habe Empfehlungen bekommen oder zumindest den Klappentext gelesen. Alles dringend notwendige Maßnahmen zur Erhaltung der Lesefreude angesichts all des Schrotts, der einem im Buchmarkt so angeboten wird. Selten also, dass ich einen Roman lese, von dem ich so gar nichts weiß. Doch bei diesem hier habe ich es gemacht.

Komplett gar nicht stimmt eigentlich auch wieder nicht. Ich kannte zumindest den Autor, Michael Kumpfmüller. Im letzten Jahr stand sein Roman „Die Erziehung des Mannes“ auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Der hat mir so gut gefallen, dass ich mir bei Medimops ein paar weitere, gut erhaltene Backlist-Titel von ihm besorgt habe. Unter anderem auch „Die Herrlichkeit des Lebens“. Erstausgabe, gebunden, aber ohne Schutzumschlag und damit auch ohne weitere Angaben zum Inhalt. Ich hätte mich natürlich im Netz informieren können, habe ich aber nicht gemacht.

Wenn man so im Blindflug in ein Buch einsteigt, braucht man gut und gerne 50 Seiten, um sich halbwegs zu orientieren. Der letzte Roman von Kumpfmüller war zeitgenössisch, dieser hier ist es nicht. Erst als über die Auswirkungen der Inflation in Deutschland gesprochen wurde, wusste ich, dass die Handlung in den zwanziger Jahren spielen musste. Ein kränklicher Schriftsteller trifft im Ostseebad Gral Müritz eine junge Frau. Sie verlieben sich, doch es ist alles nicht so einfach: der Altersunterschied, diverse Vorbehalte, seine Krankheit, fehlendes Geld, die dominanten Eltern. Sie schreiben sich wochenlang Briefe, und nach ein wenig Hin und Her kommen Franz und Dora schließlich zusammen und erleben ein paar Monate bescheidenen Glücks, bevor es ihm gesundheitlich immer schlechter geht und er schließlich in ihren Armen stirbt.

Soweit eine durchschnittlich tragische Geschichte. Doch als ich zwischendurch irgendwann mal zum Ende blätterte und die Danksagung las, durchfuhr es mich wie ein Blitz. Das ist nicht irgendein Schriftsteller, den Kumpfmüller da auf seinen letzten Tagen begleitet. Das ist Franz Kafka! Einer meiner Lieblingsschriftsteller aus alten Zeiten. Und ich Idiot hab das nicht mitbekommen. Gott sei Dank habe ich die Danksagung noch früh genug entdeckt und nicht erst am Ende des Romans. So konnte ich die Geschichte seiner letzten Liebe zu der polnischen Jüdin Dora auf einmal mit ganz anderen Augen lesen. Nicht irgendein Schriftsteller, sondern einer der größten der deutschen Literatur. Das steigert die Aufmerksamkeit, das macht die Geschichte für mich noch einmal ganz besonders.

Ich liebe es ja, wenn ein Roman zugleich auch ein Sachbuch ist. Wenn man eine tragisch-schöne Liebesgeschichte liest und dabei noch etwas Nützliches erfährt. Ich wusste nämlich gar nicht, dass Kafka so früh, und zwar 1923, an den Folgen einer langjährigen Tuberkuloseerkrankung gestorben ist. Ich habe tatsächlich gedacht, er wäre wie seine Schwestern von den Nazis im KZ umgebracht worden. Weiß der Geier wie ich darauf kam. Und so habe ich parallel zur Lektüre im Internet recherchiert, habe mir Bilder von Dora Diamant angesehen und mein Kafka-Wissen aufgefrischt. So wusste ich zum Beispiel auch nicht, dass Kafka Teilhaber einer Asbestzementfabrik und eigentlich, wie ich, PR-Texter war. Ich weiß jetzt, dass man ihn den ewigen Junggesellen der deutschen Literatur nannte, dass er glaubte, eine glückliche Beziehung zu einer Frau wäre kontraproduktiv für das Schreiben. Ja, das scheint wirklich so eine Grundfrage schreibender Menschen zu sein. Entweder ist man ein glücklicher Mensch oder ein guter Schriftsteller. Beides zusammen scheint schwer kombinierbar zu sein.

Aber jetzt mal zum Leseeindruck. Trotz der geschilderten Tragik macht es Spaß, ‚Die Herrlichkeit des Lebens‘ zu lesen. Das Buch hat einen ganz eigenen Sound und ist überhaupt nicht vergleichbar mit Kumpfmüllers letztem Roman. Ein ganz anderer Stil, eine andere Sprache, ich würde sagen: zeitgemäß veraltet, aber trotzdem dynamisch und kraftvoll. Die Weimarer Zeit, das Berlin der Zwanziger Jahre entsteht durch den Erzählstil vor dem geistigen Auge. Wie macht Kumpfmüller das? Ist es meine Einbildung oder schriftstellerisches Können? Ich finde es schwer, das an bestimmten Elementen konkret festzumachen. Vielleicht ist es das Präsens. Der ganze Roman ist im Präsens geschrieben. Dann der Wechsel zwischen kurzen, einfachen Aussagen — Subjekt, Prädikat, Objekt — und langen verschachtelten Aufzählungen. Jeder Absatz beginnt mit einer kurzen Feststellung und einer darauffolgenden, längeren Ausschmückung. Oder ist es die Erzählperspektive, die einerseits neutrale aber sich trotzdem einfühlende Chronistenstimme, die der Geschichte diese historische Patina gibt?

Wie auch immer. Kumpfmüller überrascht, Kumpfmüller lässt einen nicht kalt, von Kumpfmüller werde ich definitiv auch die anderen Backlist-Titel lesen.
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Foto: Gabriele Luger

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Seiten: 235

Literarische Helden (7) – Heinrich Böll

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Nein, dieser Autor ist eigentlich keiner meiner Helden, obwohl er immer schon da war. Seit ich denken kann, gehört er dazu. Jedes Mal wenn ich in den Siebzigern oder Achtzigern vor einem Bücherregal stand, war immer auch ein Buch von ihm mit dabei. Neben Gwen Bristow und Ephraim Kishon, Siegfried Lenz und Walter Kempowski. All diese Autoren und ein Böll durften in keiner Sammlung fehlen. Die verlorene Ehre der Katharina Blum, Ansichten eines Clowns und das Gruppenbild mit Dame. Die Titel kannte jeder, zumindest als Film. Letzteres sogar mit Romy Schneider verfilmt. Und dazu der Literatur-Nobelpreis. Was war das für ein Hype, damals im Olympia-Jahr 1972. Heide Rosendahl, Mark Spitz und Heinrich Böll. Die Menschen des Jahres als ich sieben war.

Natürlich hat es mich nie gereizt, ein Buch von ihm zu lesen. Dafür war er mir zu alt, zu allgegenwärtig, zu etabliert, zu uncool. Damals waren Schriftsteller ja immer auch politisch, fungierten, wie heutzutage nur noch Juli Zeh, als Quasi-Gewissen der Nation. Ob Nato-Doppelbeschluss oder KSZE-Konferenz – zu allem gaben sie ihren Zigarettenrauch-geschwängerten Senf dazu. Allen voran Heinrich Böll. Seine Meinung war gefragt, in der Tagesschau, der Drehscheibe, bei Monitor und Aspekte. Als er dann Mitte der Achtziger starb, übernahm Günter Grass seine Rolle, inklusive Gesinnung, Baskenmütze und Nobelpreis. Von Böll sprach irgendwie keiner mehr. Und auch seine Bücher liefen einem nur noch selten über den Weg.

Als ich dann vor einem Jahr damit anfing, mir ein Zimmer im Mid-Century-Stil einzurichten, mit Nierentisch, Tütenlampe und Retro-Bücherregal, durften natürlich auch ein paar Bücher aus der Zeit nicht fehlen. Im Möbelladen der Caritas stieß ich auf eine alte Ausgabe vom Gruppenbild mit Dame – KiWi-Original aus dem Jahr 1973 – für einen Euro. Hier und da habe ich dann noch weitere alte Böll-Romane und Erzählungen geschossen, bis ich eine schöne kleine Sammlung zusammen hatte. Und irgendwann – ich weiß auch nicht mehr, was mich dazu bewogen hat – habe ich doch tatsächlich mal in eines der Bücher reingelesen. Eine Erzählung aus einem Sammelband, nicht sehr lang, aber sehr gut. Kein langes Intro, eine Person, ein Schicksal, ein paar Seiten dicht erzählt. Und dann die nächste Geschichte: genauso gut. Wow, der alte Böll! Derart inspiriert und angeregt habe ich mir dann seinen bedeutendsten Roman gegriffen, für den er schließlich den Nobelpreis bekommen hat, das Gruppenbild mit Dame in der Caritas-Edition.

Ich tat mich zunächst ein wenig schwer, was nicht am Text, sondern an der Aufmachung des Buches lag. Der Roman hat knapp 400 Seiten, ist allerdings in einer 9er-Schrifttype gedruckt, was für meine nicht mehr ganz so taufrischen Augen eine echte Herausforderung darstellt. Aber als ich mich erstmal daran gewöhnt hatte, begann das Lesevergnügen. Böll erzählt die Geschichte von Leni, einer Frau in seinem Alter, zwischen den beiden Weltkriegen geboren, aus halbwegs guten Verhältnissen, bildhübsch, aber von schlichtem Gemüt. Berichtet wird aus der Sicht eines Verfassers, der mit unzähligen Zeitzeugen spricht, Erinnerungen zusammenträgt und alle Puzzleteile zu einem komplexen Gruppenbild mit Leni als der besagten Dame zusammenträgt. Einer Dame, die sich im Krieg mit einem Russen eingelassen hat und danach noch mal mit einem Türken. Zwei sogenannte Verfehlungen, die in damaliger Zeit nicht ohne Konsequenzen blieben. Vor ein paar Jahren hätte ich gesagt, das wäre heutzutage nicht mehr so. Aber mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher.

Die 9er-Schrifttype strengt mich an, aber das Lesen des Gruppenbildes macht trotzdem Spaß. Der Böll-Klassiker steckt voller detaillierter Beobachtungen, Charakter- und Milieustudien und ist sprachlich von einer eigentümlichen Schönheit. Einerseits lebendig und auf den Punkt erzählt, andererseits auf eine angenehme Art antiquiert und verstaubt. So wie mein Zimmer mit der Tütenlampe und dem Nierentisch. So wie ich, wenn ich mich unter all die jungen Blogger mische. So wie alles, das in die Jahre gekommen ist, Staub angesetzt hat und darauf wartet, noch einmal in die Hand genommen, abgestaubt, gedreht, gewendet und gewertschätzt zu werden. Um dann mit einem anerkennenden Nicken wieder im Regal zu verschwinden, für Jahre, Jahrzehnte, für immer.

Tijan Sila – Tierchen unlimited

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Was war das denn? Ich bin bass erstaunt und kann es gar nicht glauben, dass so ein dünnes Geschichtchen bei einem namhaften Verlag wie KiWi eine Chance bekommen hat. Auf dem ansprechend gestalteten Hardcover ohne Schutzumschlag wird der Titel per Aufkleber als ‚Unser Debüt in der deutschsprachigen Literatur‘ angepriesen. Und auf den ersten Blick klingt es auch gar nicht uninteressant. Eine Kindheit in Bosnien während des Jugoslawien-Kriegs, dann die Flucht nach Deutschland und das Erwachsenwerden in der rheinland-pfälzischen Provinz. Dort hat der Ich-Erzähler neben den Flüchtlings-Integrationsproblemen vor allem mit seiner Pubertät, dem Statusverlust seiner Familie und zu allem Überfluss auch noch mit Neonazis zu kämpfen.

Mit diesem Problemgemengelage werden wir als Leser gleich zu Beginn des Romans konfrontiert. In der ersten Szene fährt der Erzähler blutend, schwer verletzt und halbnackt auf einem Rennrad durch die Nacht. Er flieht vor einem jungen Rechtsradikalen, der ihn nackt aus dem Bett seiner Schwester gezogen und verprügelt hat. Es folgt eine peinliche Szene im Krankenhaus, bei der es nach der Erstversorgung der Wunden darum geht, seine Nacktheit vor den Blicken der Krankenhausbesucher zu verbergen. Solche Szenen kennt man aus einschlägigen Til Schweiger- Filmen oder alten Sketchen von Didi Hallervorden. An dieser Stelle, so auf Seite 15, hätte ich eigentlich schon aussteigen können, denn in dem locker flockigen Stil geht es munter weiter.

Generell scheint der Autor sich vorgenommen zu haben, den Themen Krieg, Flucht, Integration und Rechtsradikalität ihre Schwere zu nehmen und sie in lustig-leichten und unterhaltsamen Häppchen abzuhandeln. Da kann Sarajewo unter schwerem Granatwerfer-Beschuss liegen oder die Bevölkerung extrem unter Hunger und Kälte leiden – der Erzähler hat ganz andere Sorgen. Er muss Videospiele tauschen oder im Fluss baden gehen. Natürlich – Kinder arrangieren sich schnell mit schwierigen Verhältnissen. Da ist unter Umständen auch eine vom Krieg zerstörte Stadt nichts anderes als ein riesengroßer Spielplatz. Ich persönlich fand den locker flockigen Erzählstil eher unangemessen und die häufig wechselnden Rückblenden in Kindheit, Jugend und Erwachsensein unmotiviert und planlos.

Ich habe mich gefragt, was das Ganze soll. Was will der Autor mir erzählen? Wie es ist, wenn eine Akademiker-Familie nach der Flucht ihre Privilegien verliert und ihr Kind in Deutschland nur auf der Hauptschule landet? Dass Rechtsradikalität in den besten Familien vorkommen kann und die Flucht vor dem Krieg nicht unbedingt immer die beste Wahl ist? Das sind alles Themen, die in „Tierchen Unlimited“ vorkommen und durchaus interessant und erzählenswert sind. Doch sie werden nur gestreift und kollidieren mit dem augenscheinlichen Anspruch des Autors, daraus ein cooles Stück Popliteratur zu schaffen.

Mich hat der Roman deshalb nicht überzeugt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Fans von Tschick und Auerhaus daran Gefallen finden. Auch bei diesen beiden Coming-of-Age Romanen habe ich nie verstanden, wie man sich so dafür begeistern kann. Vielleicht passe ich auch einfach nicht zur Zielgruppe und bin mittlerweile zu alt für jede Art von Popliteratur. Vielleicht aber auch nicht, und „Tierchen Unlimited“ ist einfach nichts weiter als ein belangloses Geschichtchen.

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Foto: Gabriele Luger

Verlag: Kiepenheuer & Witsch
224 Seiten, 18,00 €

Jonathan Safran Foer – Hier bin ich

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Ist es die jahrhundertealte Geschichte von Repression, Hass und Vertreibung oder ist der jüdische Glaube so stark, so sinnstiftend, so prägend, dass sich ihre Angehörigen davon nicht frei machen können? Dass sie immer zuerst Jude und dann erst alles andere sind?

Ein nichtjüdischer Autor schreibt, wenn er einen Familienroman plant, einfach einen Familienroman. Ich habe das Gefühl, viele jüdische Autoren versuchen in erster Linie, einen jüdischen Familienroman zu schreiben. Einen, der sich im besten Fall dadurch auszeichnet, dass er entweder das Jüdisch-Sein an sich oder die jahrhundertealte Geschichte von Hass, Repression und Vertreibung thematisiert. Jede jüdische Familie hat da was zu erzählen. Es zieht, es erhöht, es spannt einen weiten Bogen. Und obendrein ist da ein riesiger Markt. Millionen Juden in den USA, Israel und der Diaspora warten gespannt auf das nächste große Familienepos eines jüdischen Romanciers, auf einen neuen Philipp Roth, Saul Bellow oder Isaac Bashevis Singer.

„Hier bin ich“ ruft Jonathan Safran Foer und legt mit seinem neuen Roman genau so ein Werk vor. Einen großen jüdischen Familienroman, der alles ist und alles sein kann, nur eins nicht: nicht jüdisch. Obwohl die Protagonisten-Familie Bloch nicht ausgesprochen religiös ist, nur ein zweimal im Jahr in die Synagoge geht, ist der Glaube in dieser US-amerikanischen Durchschnittsfamilie allgegenwärtig. Nicht zuletzt, weil die Bar Mizwa des ältesten Sohnes kurz bevor steht, der Cousin aus Israel zu Besuch kommt, der Urgroßvater beerdigt werden muss und der Staat Israel im Verlauf des Romans erst durch zwei Erdbeben und dann durch die Kriegserklärungen und Angriffe sämtlicher arabischer Staaten nahezu zerstört wird. Das Jüdische zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Roman, ist nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern wirklich prägend. Wer also ein Problem mit religiösen Inhalten hat, sollte von diesem Roman schon mal die Finger lassen.

Nicht empfehlen kann ich diesen Roman auch allen Lesern, die endlose, oftmals ins Nichts führende Dialoge langweilig finden. Von den knapp 700 Romanseiten bestehen mindestens zwei Drittel aus Gesprächen. Mal spricht der Familienvater Jakob Bloch mit seinem ältesten Sohn, mal mit dem jüngsten und natürlich immer wieder mit seiner Frau Julia. Zwischen den beiden gibt es viel zu besprechen, denn ihre Ehe ist in einer Sackgasse und droht zu zerbrechen. Julia Bloch spricht mit einem Freund der Familie, ihren Söhnen und immer wieder auch mit sich selbst. Auch die anderen Familienmitglieder, wie der Großvater Irv und der Cousin aus Israel sind nicht auf den Mund gefallen und quasseln eifrig mit. Seite um Seite geht es wie beim Tischtennis immer hin und her. Sagt der Eine das, antwortet der Andere jenes. Anführungsstriche oben, Anführungsstriche unten.

An Gesprächsthemen scheint es der Familie Bloch nicht zu mangeln. Mal geht es um einen Seitensprung per SMS oder einen Zettel mit unflätigen Begriffen, dann wieder um Haarausfall und Erektionsstörungen, um den ins Wohnzimmer kackenden Hund und den Urgroßvater, der nicht ins Altenheim will. Der ganz normale Alltagswahnsinn also. Und wir als Leser sitzen immer in der ersten Reihe, bekommen alles mit, jeden Gedankenfetzen, jeden Einwand, jeden gottverdammten Satz, der in dieser Familie gesprochen wird.

Ich bin weder ein Freund religiöser Themen, noch langer Dialoge. Trotzdem habe ich dieses Buch nicht wie Froers Debütroman „Alles ist erleuchtet“ mittendrin entnervt beiseite gelegt, sondern bin bis zum Schluss drangeblieben. Auch wenn mir immer wieder für ein paar Minuten die Augen zugefallen sind – nach dem Aufwachen habe ich sofort weitergelesen. So brauchte ich nicht viel mehr als zwei Wochen für die Lektüre der 680 Seiten, denn es liest sich insgesamt ganz locker und leicht.

Am Ende muss ich aber sagen: Der Aufwand hat sich nicht gelohnt. Weder inhaltlich noch sprachlich ist dieser Roman besonders bemerkenswert. Auch die handelnden Figuren sind nicht immer glaubwürdig. So wie die Jungs der Familie Bloch denkt und redet kein Kind in dem Alter. Auch haben sich bei mir, anders als bei anderen bloggenden Lesern, keine großen Gefühle eingestellt. Ich musste weder weinen, noch konnte ich schmunzeln. Hin und wieder bin ich auf ein paar gute Passagen gestoßen, aber alles in allem habe ich mich durchgequält und keine richtige Freude an dem Buch gehabt.

Und da mir das bei diesem Autor jetzt schon zum zweiten Mal passiert ist, verstehe ich echt nicht, warum Foer eigentlich so hoch gelobt wird. Aber vielleicht ja gerade deshalb. Denn Autoren, die ihren Lesern Freude bereiten, werden ja selten hoch gelobt.

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Titelfoto: Gabriele Luger

Verlag: Kiepenheuer & Witsch
688 Seiten, 26,00 €
Aus dem amerikanischen Englisch
übersetzt von Henning Ahrens.