Sina Pousset – Schwimmen

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Dieses Buch ist mal wieder der Beweis. Man braucht nicht unbedingt eine Geschichte, die sich deutlich von anderen unterscheidet, nicht diese eine grandiose Idee, nichts, was es so in dieser Form noch nie gegeben hat. Nein, das braucht man nicht. Man kann es auch machen wie Sina Pousset und einen guten Roman schreiben, mit einem Standard-Plot und Figuren, die sich in jedem zweiten Buch finden lassen.

Die junge Frau und der junge Mann, die sich seit Kindertagen kennen. Beziehungsstatus: es ist kompliziert. Kennt man, hat man hundertmal gelesen. Eine zweite Frau kommt dazu, es wird noch ein wenig komplizierter: ménage à trois. Auch das kommt einem irgendwie bekannt vor. Man lässt sie gemeinsam in den Urlaub fahren, lange Gespräche am Strand führen, sich eifersüchtige Blicke zuwerfen. Gibt es da nicht sogar einen Film mit Romy Schneider?

Und auch alles andere am Debütroman von Sina Pousset ist nicht gerade unique. Er stirbt, beide Frauen trauern, eine zerbricht daran, die andere kommt irgendwie klar. Die eine ist von ihm schwanger, die andere zieht das Kind groß und nach ein paar Jahren sind beide dann soweit, sich der Vergangenheit zu stellen. Showdown!

 Das klingt zwar jetzt etwas abfällig, ist aber gar nicht so gemeint. Denn tatsächlich ist „Schwimmen“ einer der besten Romane, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Und das liegt wieder mal nicht daran, was da geschrieben wurde, sondern wie es geschrieben wurde. Ich habe es auf dieser Seite schon mehrfach behauptet und bleibe dabei: Gute Gegenwartsliteratur braucht keine fantasievollen Storys, keine außergewöhnlichen Locations und schräge Charaktere. Gute Gegenwartsliteratur braucht lediglich einen guten Autor, bzw. eine gute Autorin. Jemanden, der uns mit unserem Leben versöhnt, mit dem ewig Gleichen des Alltags, den Unvermeidlichkeiten des Zwischenmenschlichen, den immer wiederkehrenden Abläufen. Der uns unseren Frieden machen lässt mit den Hoffnungen und Ängsten, die unser Leben bestimmen, die wir für so einzigartig schicksalhaft halten, die aber in Wirklichkeit jeden Zweiten da draußen genauso umtreiben wie uns.

Das alles geschrieben zu sehen, von anderen Leben zu lesen, sie mit dem eigenen zu vergleichen, sich hineinzuversetzen, ein Stück des Weges mitgehen, zuhören und verstehen – das alles macht gute Gegenwartsliteratur aus. Menschen begegnen sich, verbringen Zeit miteinander, erleben ein paar wenige Momente des Glücks, bleiben zusammen oder trennen sich, finden neue Partner oder auch nicht, werden älter und sterben irgendwann. Das ist die Rahmenhandlung unserer Gegenwart. Meines Lebens, deines Lebens und auch des Lebens von Milla, Kristina und Jan, den Protagonisten dieses Romans. Und obwohl ihre Geschichte nur eine von Millionen traurigen Geschichten ist, die das Leben tagtäglich schreibt, ist sie es wert, erzählt zu werden. Wenn es denn jemand macht, der das kann. Der nicht nur Wörter aneinander reiht, Satz für Satz eine Handlung vorantreibt, sondern Stimmungen transportiert, Gefühle vermittelt, uns Leser mitfühlen lässt – den gleichen Schmerz, die gleiche Traurigkeit, wie sie die Romanfiguren auch empfinden. Dann entsteht etwas, was schon Aristoteles als den vollkommenen Kunstgenuss beschrieben hat: die Läuterung der Seele durch die Tragödie, die Katharsis.

Das alles schafft Sina Pousset durch ihre einzigartige, sprachliche Virtuosität. Man hat das Gefühl, jedes Wort, jeder Satz auf den 225 Seiten dieses Romans ist genau das Wort und der Satz, der da jetzt stehen muss – alternativlos. Es anders auszudrücken wäre nicht nur weniger gut, sondern schlichtweg falsch. Man gleitet beim Lesen dahin, Satz für Satz ergibt sich, es fließt, es ist rund. Es entsteht eine Melodie im Kopf, eine ganze Symphonie in Moll. Wer das beherrscht, wer so gut wie diese junge Autorin schreiben kann, braucht keine zündende Idee, keine spannende Story. Mit dieser Gabe kann Sina Pousset wahllos hineingreifen ins Leben, in den stinknormalen Alltag und eine der vielen tausend persönlichen Tragödien zu etwas ganz Besonderem machen: Gegenwartsliteratur vom Feinsten.

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Foto: Gabriele Luger

Verlag: Ullstein fünf
225 Seiten, 18,00 €

Weitere Rezensionen bei: Herzpotential und Paper und Poetry

Stefan Ferdinand Etgeton – Das Glück meines Bruders

Ganz lesen wollte ich es eigentlich nicht. Jedenfalls jetzt noch nicht. Nur mal reinschauen, bisschen schnuppern, blättern, ein paar Seiten anlesen. Ich schlage also die erste Seite auf, lese den ersten Satz, dann den zweiten und um den dritten zu beenden, musste ich bereits einmal umblättern. Bandwurmsätze! Es gibt sie also immer noch. Und es ist kein arrivierter Wortkünstler wie Martin Walser, der hier endlos Nebensatz an Nebensatz reiht, Aussagesätze gefolgt von Relativsätzen, Aufzählungen mit und ohne ‚und’ – nein, es ist ein junger Autor, zwar mit Schnauzbart, aber augenscheinlich trotzdem jung. Und er macht es richtig gut. Schon nach den ersten drei Seiten war ich nicht mehr in der Lage, das Buch aus den Händen zu legen und nach zwei intensiven Lese-Abenden hatte ich den Roman durch und war restlos begeistert.

Ja, so kann es kommen. Auch wenn man gerade entnervt einen hochgelobten Shortlist-Titel abgebrochen hat und vom Lesen an sich mal wieder so richtig angepisst ist, wenn man aufs prall gefüllte Bücherregal schaut und denkt: eine ganze Wand mit nichts zu lesen und dann lustlos im Stapel ungelesener Bücher kramt und schließlich dieses hier rauszieht, weil es ein ästhetisches und ansprechendes Cover hat, aber von einem Verlag ist, der einen neulich erst mit einem total kitschigen Titel enttäuscht hat, man aber trotzdem mal reinblättert, weil man denkt, die können ja nicht nur schlechte Bücher im Programm haben, den ersten Satz liest, dann den zweiten und dritten und weil die alle so lang sind, sich schon mitten in der Geschichte befindet und deswegen immer weiter liest, mit wachsendem Genuss, Seite für Seite bis zum Schluß – ja, das sind dann schon richtige Sternstunden des Lesens.

Ohne etwas Substanzielles zu dem Buch gesagt zu haben, habe ich also mein Urteil schon mitgeteilt. „Das Glück meines Bruders“ ist ein beeindruckendes Leseerlebnis, ein literarisches Kleinod und aufgrund seiner stimmigen Komposition und der außergewöhnlichen sprachlichen Brillanz eine der seltenen Top-Empfehlungen auf Buchrevier.

Dabei klingt die Geschichte in der Zusammenfassung ziemlich konventionell; der übliche Familienbeziehungs-Kram. Zwei Brüder fahren noch einmal nach Doel an die belgische Küste, den Wohnort ihrer Großeltern, wo sie als Kinder und Jugendliche Ihre Sommer verbracht haben. Die Großeltern sind bereits seit Jahren tot, und ihr altes Haus steht wie das gesamte Dorf zum Abriss bereit. Ein neuer Containerhafen soll dort entstehen. Nur noch ein paar letzte standhafte Alte sind noch da, der Rest hat diesen Ort ohne Zukunft längst verlassen. Botho und Arno brechen das bereits verrammelte Haus wieder auf und verbringen ein paar letzte Tage dort. Was unbeschwert und harmonisch begann, wird zu einer beklemmende Reise in die Vergangenheit.

Die beiden Brüder werden in Doel mit dem konfrontiert, was sie all die Jahre erfolgreich verdrängt haben. Botho mit den Erinnerungen an Lenie, seine allerersten Jugendliebe, die er in den pubertären Wirren irgendwann einfach vergessen hat. Und Arno mit unschönen Erinnerungen an den dominanten Großvater. Die morbide Atmosphäre des von seinen Bewohnern verlassenen Dorfes wirkt wie ein Katalysator auf den Gemütszustand der Brüder. Alles kommt wieder hoch und nahezu obsessiv verfolgen Botho und Arno die Spuren der Vergangenheit.

Im Verlauf der Geschichte wandelt sich das Rollenverhältnis der beiden Brüder. Wir lernen Botho als den Vernünftigen der beiden kennen, als den Starken, der sich aus der Enge und dem Mief seines Elternhauses gelöst hat, gegen alle Widerstände das Abitur nachholt, studiert, Lehrer an der Gesamtschule wird und sich all die Zeit auch noch liebevoll um seinen Bruder Arno kümmert, der wiederum mit seinem Leben überhaupt nicht zurecht kommt, sich in den Alkohol flüchtet und manisch-depressive Züge hat. Doch seit Arno mit Anja zusammen ist, kommt er wieder halbwegs auf Spur. Stattdessen gerät Bothos Leben nach dem Urlaub in Doel immer mehr aus den Fugen. Die Suche nach seiner Jugendliebe Lenie wird zur Obsession, er verliert seinen Job, weil er mit der Frau des Schuldirektors geschlafen hat, findet schließlich Lenie irgendwann nach langer Suche, stellt fest, dass auch sie ihn vergessen hat, aber anders als er, sich auch nicht mehr erinnern kann, stürzt in ein Loch und krempelt anschließend sein Leben vollständig um. Am Ende sind Arno und Anja die beiden Vernünftigen, die das Sorgenkind Botho an dem Ort besuchen, wohin er sich geflüchtet hat.

Also eigentlich der übliche ‚Familie-mit-Leichen-im-Keller-Kram‘, schon hundertmal gelesen, aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet, mal in Europa, USA oder sonstwo spielend, mal mit Brüdern, mal mit Schwestern, mal Vater und Sohn, Mutter und Tochter und so weiter und so fort. Und trotzdem: Die Lektüre von „Das Glück meines Bruders“ lohnt sich, weil das Leben nunmal genauso ist, immer wieder solche Geschichten schreibt und Stefan Ferdinand Etgeton das alles wunderbar stimmig aufgebaut hat.

Als wenn sich der Autor all die anderen Romane zu diesem Themenkomplex durchgelesen und genau analysiert hätte, wo es immer wieder hakt, wo Anschlüsse nicht passen, Längen entstehen, der Lesefluss stockt, es sprachlich beliebig und einfallslos wirkt –  um in seinem Werk genau diese Fehler zu vermeiden und es einfach besser machen. Ich finde das ist ihm voll und ganz gelungen.

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Foto: Gabriele Luger

Verlag: C.H. Beck
240 seiten, 19,95 €

Der Autor mit Schnauzbart liest seine Bandwurmsätze auf Zehnseiten.de:

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Eva Menasse – Tiere für Fortgeschrittene

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Je älter ich werde, desto mehr verfestigt sich bei mir der Eindruck, dass die besten deutschsprachigen Autoren Österreicher sind. Ein Thomas Glavinic, eine Ruth Cerha, Valerie Fritsch, ein Clemens Setz, Daniel Kehlmann oder eine Eva Menasse – die sind einfach eine Klasse für sich. Die können schreiben, was sie wollen – es ist immer irgendwie gut. Ich meine, man muss einem Österreicher ja nur mal zuhören: dieser Singsang, das melodische Artikulieren, die alpenländischen Sprachschnitzer und Verniedlichungen. Das Spielen mit der Sprache ist dort unten Kulturgut, wird jedem Bub und Mädel praktisch direkt in die Wiege gelegt.

Kein Wunder also, dass die österreichische Autorin Eva Menasse mit ihrem aktuellen Kurzgeschichtenband vor allem sprachlich begeistert. Jede Geschichte in „Tiere für Fortgeschrittene“ ist ein kleines Juwel, fein geschliffen und funkelnd. Wer sie sich laut vorliest, hört die Melodie, spürt den Rhythmus der Komposition. Noch dazu beherrscht Menasse, was beim Schreiben von Kurzgeschichten besonders wichtig ist: das Weglassen, Abwerfen von Ballast und auf den Punkt kommen. Denn der Raum ist begrenzt. Dreißig, vierzig Seiten für eine ganze Welt – für den Einstieg, die Hinführung und das Finale. Für die komplette Katharsis, das Kennenlernen der Protagonisten, für Identifikation oder Abgrenzung. Da ist kein Platz für Überflüssiges, da verliest sich nichts. Da muss alles passen und sitzen.

Das können nicht viele. Die meisten Kurzgeschichten-Autoren überfrachten, verquatschen oder verzetteln sich. Gerne wird auch bedeutungsschwanger abgebrochen und eine halbgare Geschichte der Phantasie des Lesers überlassen. Das alles passiert hier nicht. Tiere für Fortgeschrittene bietet Kurzgeschichten wie sie sein sollen. Zwei bis maximal vier handelnde Personen, ein überschaubares Setting und ein konsequent verfolgter Handlungsstrang. Eva Menasse ist ein Vollprofi, verliert nie die Kontrolle über den Plot und hat ihre Leser vom ersten bis zu letzten Satz am Haken.

Jede der acht Geschichten beginnt mit einer Tiergeschichte, kurze Zeitungsmeldungen, ‚Wussten-Sie-schon‘- Randnotizen über Haie, Igel, Raupen, Schafe, Schlangen und Enten. Das ist der rote Faden dieses Buches. Die Geschichten sind alle von diesen Tiergeschichten inspiriert, mal mehr, mal weniger. Da taucht der Igel, dessen Kopf in einem Eisbecher von McDonalds feststeckt, plötzlich direkt in der Geschichte auf. Dann wieder steht die Schlange, die sich einen Baum hochschlängelt, symbolisch für den Alltag einer Kleinfamilie in der multikulturellen Großstadt. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich diesen roten Faden überhaupt bräuchte. Ohne das wären die Geschichten nicht einen Deut schlechter. Aber es würde dann auch etwas fehlen.

Eigentlich ist jede der acht Erzählungen ein kleines Meisterwerk. Aber zwei haben mich ganz besonders bewegt. In „Raupen“ wird die Geschichte eines älteren Ehepaars erzählt. Sie dement und pflegebedürftig, er desillusioniert und gezwungen, sich zu kümmern. Die Kinder mit Ihren Sorgen und Ansprüchen, der Enkel mit seiner Unbedarftheit, die ganzen Rückblenden, Erinnerungsschnipsel, der Abgleich zwischen damals und jetzt. Schließlich das ernüchternde Fazit – Leben ist nichts anderes als der Anfang vom Sterben. Wie die Tabakschwärmer-Raupen, die sich beim Fressen ihr eigenes Grab schaufeln.

Ein anderes Geschichten-Highlight beschäftigt sich mit einem Typ Frau, dem man besonders im Kulturbetrieb häufig begegnet. Micol, „ein entzückend exaltiertes Wesen mit vielen Talenten, hatte es zu nicht mehr als zu einer wohlbestallten Ehe mit einem nach außen hin milden Mann gebracht“. In wenigen Sätzen skizziert Menasse diesen Typ Frau. Ich kann Micol regelrecht greifen, höre das Geplapper, sehe ihre Mimik, die ausdrucksstarken Gesten, den kecken Augenaufschlag.

Natürlich braucht jede Geschichte ihre Entsprechung beim Leser. Wenn ich nicht schon so alt wäre und das alles nicht irgendwie kennen würde – entweder selbst erlebt, schon mal gedacht oder erträumt hätte – dann würde ich trotz aller sprachlichen Brillanz vielleicht anders urteilen. Ob Menasses Kurzgeschichten auch eine jüngere Zielgruppe begeistern können? So wie Karen Köhler oder die damals noch junge Judith Hermann? Aber das muss auch nicht. Wie der Titel schon sagt, geht es hier schließlich um „Tiere für Fortgeschrittene“.

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Verlag: Kiepenheuer & Witsch
320 Seiten, 20,00 €

 

Svenja Gräfen – Das Rauschen in unseren Köpfen

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Wer noch nie geliebt hat – und zwar so richtig, so dass es weh tut; diese eine Liebe, von der man später sagen wird, das war die Liebe meines Lebens – wer so etwas noch nie erlebt hat, wer immer nur Beziehungen hatte, die ok waren, in denen man sich eine Zeitlang gut verstanden und vielleicht sogar geliebt hat, dann aber irgendwann nicht mehr, weil das nunmal der Lauf der Dinge ist – für den also Liebe und Leid nicht untrennbar miteinander verbunden sind, nicht zwei Seiten einer Medaille – der wird mit diesem Buch nichts anfangen können.

Der wird mit den Augen rollen, das alles unglaubwürdig und aufgesetzt finden. Der wird denken, dass sich die Protagonisten aus Svenja Gräfens Debütroman mal nicht so anstellen und nicht jeden beiläufigen Blick und Unterton auf die Goldwaage legen sollen, dass jede Partnerschaft Freiräume braucht, man gar nicht immer alles von dem Anderen zu wissen braucht. Wer also die symbiotische Liebe, dieses Nicht-Miteinander- und Nicht-Ohneeinander-Können nicht schon mal am eigenen Leib erlebt hat, wird wahrscheinlich auch die Qualität dieses Romans gar nicht erkennen.

So zumindest meine Vermutung. Aber vielleicht liege ich auch falsch und es ist genau anders herum, und man blickt fasziniert auf das, was man nicht kennt. Ist ja auch egal. Warum mache ich mir eigentlich so viele Gedanken darüber, was andere bei der Lektüre dieses Romans empfinden könnten und erzähle nicht einfach, wie es mir selbst beim Lesen von „Das Rauschen in unseren Köpfen“ ergangen ist? Wie ich schon auf den ersten Seiten gemerkt habe, dass ich ein ganz besonderes Buch in den Händen halte; wieder so ein sprachliches Juwel, das man eigentlich vom Anfang bis zum Ende laut lesen möchte. Mit wunderschönen Sätzen – manchmal lang und verschachtelt, manchmal kurz und knapp – immer in der richtigen Taktung für das, was da gerade beschrieben wird.

Aber worum geht es eigentlich? Svenja Gräfen erzählt die Liebesgeschichte von Lene und Hendrik, beide Anfang/Mitte Zwanzig, die sich zufällig in der U-Bahn über den Weg laufen. Nach einem gemeinsam verbrachten Nachmittag ist ihnen sofort klar: Das ist die große Liebe. Vom ersten Tag an geht es bereits nicht mehr ohne den anderen. Im Englischen heißt es: „Falling in Love“. Und genau das ist, was Lene tut. Sie fällt aus ihrem bisherigen Leben, hinein in diese neue Liebe und verliert sich dabei in einer bodenlosen Tiefe, die Hendrik mit in die Beziehung gebracht hat.

Lene gefällt Hendriks Schwermut, sein tiefer wissender Blick, seine zurückhaltende und schweigsame Art. Sie ahnt nicht, dass es mehr ist als nur ein Charakterzug, dass man so wird, wenn der depressive Vater monatelang das Bett nicht verlässt, um dann irgendwann aufzustehen, sich Anzug und Krawatte anzuziehen und mit dem Auto gegen einen Betonpfeiler zu fahren. Lene wusste auch nicht, dass Hendrik so etwas wie mit ihr schon mal erlebt hat. Die Erkenntnis ist zwar der absolute Romantikkiller, aber es ist leider so: Manchmal begegnet einem die Liebe des Lebens auch zum zweiten Mal.

Hendrik war vor Lene bereits mit Klara zusammen, seiner ersten großen Liebe. Und wenn die Krankheit des Vaters nicht schon genug Leid über Hendrik gebracht hätte, so eliminierten Klaras depressive Schübe das letzte Bisschen von Hendriks Unbeschwertheit. Hendrik stand Klara bei, begleitete sie mit seiner Liebe durch ihre dunklen Tage. Und als es ihr schließlich wieder besser ging, verließ sie ihn. Er zog von Hamburg nach Berlin, traf dort Lene in der U-Bahn, und die zweite große Liebe nahm ihren Lauf.

Doch natürlich kann so etwas nicht gut gehen. Manche Menschen können gar nicht anders als mit diesem Absolutheitsanspruch zu lieben. Immer wieder ganz oder gar nicht. Hendrik scheint so ein Mensch zu sein. Und dazu gehört auch, dass so eine Liebe, auch wenn sie offiziell vorbei ist, niemals so ganz erlischt. Klara meldet sich wieder, signalisiert, dass es ihr nicht gut geht; Hendrik weiß nicht mehr weiter, und es passiert, was passieren muss. Die Liebe des Lebens zerbricht, weil es eben doch nur eine geben kann.

Svenja Gräfen ist erst 27 Jahre alt. Ich bin schwer beeindruckt, wie man in so jungen Jahren, schon ein so reifes Werk vorlegen kann. „Das Rauschen in unseren Köpfen“ ist ein wahnsinnig intensives Leseerlebnis mit jeder Menge Gänsehautmomenten und das ideale Buch für Sprachverliebte, Großstadt-Melancholiker und natürlich für alle Liebenden.

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Foto: Gabriele Luger
Verlag: Ullstein Fünf
236 Siten, 16,00 €

Emma Braslavsky – Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen

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Wie schön das ist, wenn man ab und zu mal über den eigenen Schatten springt, all die halbgaren Einschätzungen und Ressentiments und das ach so wertvolle Erfahrungswissen einfach mal ausblendet und sich frei und unvoreingenommen ein Urteil bildet. Ich gebe zu, das passiert mir nicht oft, denn ich bin so ein verdammt bequemer Schubladen-Typ und fahre damit eigentlich gar nicht schlecht. Oftmals bestätigen sich die Vorurteile ja. Aber ab und zu eben auch nicht, und das ist dann immer wieder richtig toll.

So geschehen bei diesem Buch von Emma Braslavsky, einer Autorin, von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte, obwohl es bereits ihr drittes Werk ist. Seit einem halben Jahr lag dieser Roman mit dem etwas merkwürdigen Titel „Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen“ bei mir zu Hause rum, und ich verspürte all die Zeit nur wenig Lust, mich überhaupt damit zu beschäftigen. Das ist so ein überdrehtes und neunmalkluges Gesellschafts- und Umweltpolitik-Ding mit erhobenem Zeigefinger und einem ganzen Schwung sendungsbewusster Charaktere, so mein Vorurteil. Als ich dann noch sah, dass tatsächlich unzählige Akteure diesen Roman bevölkern – so viele, dass dem Roman eine zweiseitige Personenübersicht vorangestellt wird – fühlte ich mich in meinem Schubladendenken bestätigt.

Aber all meine Vorurteile lösten sich innerhalb weniger Minuten in Luft auf. Nach den ersten drei, vier Seiten hatte mich der Braslavskysche Plauderton in seinen Bann gezogen. Ich machte es mir bequem und las das 460 Seiten dicke Buch innerhalb von drei Tagen durch. Ok, ich hatte Urlaub und somit Zeit, aber es war auch wirklich ein tolles Leseerlebnis. Natürlich geht es um Gesellschafts- und Umweltpolitik, um all die hippen Weltverbesserer und Überzeugungstäter, um die unzähligen kleinen und großen Projekte, die unsere Welt retten und zu einem besseren Ort machen wollen. Aber da ist weit und breit kein erhobener Zeigefinger, die Autorin schafft es, dem Thema die Schwere zu nehmen und auch den verbissensten und humorlosesten Öko-Fundamentalisten mit seinen Schwächen und Selbstzweifeln mit einem liebevoll, ironischen Abstand darzustellen.

Die ganze Geschichte spielt irgendwann in der nahen Zukunft und ist eine Mischung aus Utopie, Dystopie und Realsatire. Das klingt interessant, kann aber auch schnell in die Hose gehen. Denn der Wechsel zwischen den einzelnen Stilen, Stimmungen und Ansichten bedarf sowohl jeder Menge Einfühlungsvermögen und Know-how als auch einer großen schriftstellerischen Bandbreite. Emma Braslavsky gelingt dies spielend, beinahe leichtfüßig und virtuos wechselt sie zwischen den zahlreichen Erzählstimmen, switcht zwischen jung und alt, Nachrichtenblog und Dialog und leitet den Leser durch die von ihr geschaffene, schöne neue Endzeit-Welt.

Aber am meisten gefallen hat mir, dass ich so etwas wirklich noch nie gelesen habe. Gerade Vielleser haben ja irgendwann das Gefühl, jede Geschichte so oder so ähnlich schon mal an anderer Stelle, mit anderen Worten und anderen Charakteren erzählt bekommen zu haben. Aber das hier ist wirklich einzigartig. Die Idee für den Roman, der Aufbau, die Charaktere, die ganzen vielen Einschübe, Theorien, Visionen, Orte – all das in dieser Kombination ist wirklich unique, kreativ und außerordentlich gelungen. Man merkt genau, dass die Autorin es sich nicht leicht gemacht hat. Sie hat sich Zeit gelassen, vieles genau recherchiert und hinterfragt. Über acht Jahre hat sie an diesem Roman geschrieben, mit vielen Wissenschaftlern und Experten gesprochen und alles abgesichert. Ich fühlte mich durch die Lektüre auf einem hohen Niveau und sehr intelligent unterhalten und habe an keiner Stelle auch nur ansatzweise irgendeine der kruden Theorien infrage gestellt, obwohl es sicherlich zig Kritikpunkte und Antithesen dazu geben wird. Aber darum geht es auch nicht. Es geht um die Geschichte, die da erzählt wird. Und da hat alles wunderbar gepasst, ein herrliches Endzeit/Jetztzeit-Spektakel, aktuell, inspirierend und genau das Richtige, um Schubladentypen wie mich mal wieder so richtig aus dem Trott zu bringen.

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Foto: Gabriele Luger

Verlag: Suhrkamp
462 seiten, 24,00 €

Zu dem Roman gibt es auch eine interessante Webseite mit Filmen und Zusatzmaterial: http://www.leben-ist-keine-art.de

Weitere Blogger-Rezensionen bei: Zeilensprünge

 

 

Michael Kumpfmüller – Die Erziehung des Mannes

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Es ist schon komisch. Da meint man ein wenig Bescheid zu wissen, alle wichtigen Player im Literaturbetrieb zu kennen und dann kommt die Longlist des Buchpreises mit Namen daher, die man noch nie gehört hat, wie Platzgumer oder Kumpfmüller. Zumindest Letzteren hätte ich kennen müssen, denn er hat bereits mit einigen Titeln, wie zum Beispiel „Die Herrlichkeit des Lebens“ auf sich aufmerksam gemacht. Doch er ist mit all seinen Werken bisher komplett an mir vorbeigegangen. Aber das ist Vergangenheit, den Namen werde ich mir merken, denn mit der „Erziehung des Mannes“ hat er einen grandiosen Einstand bei mir gehabt.

Wie den Melle konnte ich auch diesen Longlist-Titel einfach nicht aus der Hand legen und hab die 315 Seiten in einem Rutsch innerhalb von zwei Tagen gelesen. Trotzdem weiß ich nicht, ob ich diesen Entwicklungsroman anderen Lesern so ohne Weiteres ans Herz legen kann. Denn mich hat die Geschichte so berührt, weil ich mich an so vielen Punkten im Protagonisten Georg wiedergefunden habe. Stellenweise hatte ich das Gefühl, Kumpfmüller zitiert aus meinem Leben, beschreibt meine Jugend, meine ersten Schritte ins Erwachsenenleben, meine gescheiterte Ehe und den anschließenden Rosenkrieg. Stellenweise erschienen mir sogar einige Dialoge, als wenn ich sie vor Jahren schon mal genau so geführt habe.

Das heißt, es ist mal wieder alles andere als objektiv, was meine Begeisterung für diesen Roman anbetrifft. Auch wenn ich mit offenem Mund Seite um Seite wie paralysiert umblätterte, heißt das nicht, dass es anderen auch so gehen wird. Aber vielleicht erzähle ich trotzdem mal kurz, worum es hier geht.

Da ist Georg, ein Musikwissenschaftler und Komponist von klassischer Musik. Der Roman startet irgendwann Anfang der Achtziger, Georg studiert und lebt seit einigen Jahren mit Katrin zusammen – erst in Freiburg, dann in Hamburg. Doch mit Katrin läuft es nicht mehr so gut, besonders im Bett – da passiert schon seit langer Zeit gar nichts mehr. Georg leidet still vor sich hin, käme sich aber schäbig vor, deswegen Schluss zu machen. Also ein super anständiger Typ; einer der Verständnis hat, der einen stundenlang im Arm halten kann, Seite an Seite liegen und Zärtlichkeiten austauschen kann, ohne Hintergedanken. Er geht dann einfach irgendwann ins Bad und erleichtert sich, anstatt Katrin irgendeine Körperlichkeit abzufordern, die sie ihm freiwillig nicht gewähren will. Später heißt es dann von ebendieser Katrin: ‚Warum hast du es dir nicht einfach mit Gewalt genommen?‘ Und Georg kann nicht fassen, dass sie das wirklich sagt. Erste Lektion gelernt.

Dann taucht irgendwann Jule auf und Georg versucht mit ihr den Absprung von Katrin, kommt dadurch vom Regen in die Traufe, aber das wird er erst später erkennen, wenn er auch diese Lektion gelernt hat. Jule entpuppt sich als der Albtraum eines jeden Mannes. Eine dominante, selbstverliebte Lehrerin, die alles besser weiß, alle Register zieht, um ihren Willen durchzusetzen und auch nicht davor zurückschreckt, dafür die Kinder zu instrumentalisieren. Ja, Georg hat einen schweren Fehler gemacht, als er Jule geheiratet und mit ihr auch noch drei Kinder gezeugt hat. Ein Fehler, der sein ganzes weiteres Leben bestimmen wird. Denn natürlich steht so ein grundanständiger Kerl wie Georg auch nach dem voraussehbaren Scheitern der Beziehung zu seiner Verantwortung als Vater. Obendrein liebt er seine Kinder sehr, ein Umstand, den Jule auch noch Jahre nach der Scheidung für ihre Zwecke zu nutzen weiß.

Und während Georg sich durch diesen Beziehungskrieg kämpf, geht das Leben weiter. Die Kinder werden größer, es wird nicht einfacher, sondern anders schwer. Nebenher gilt es noch, die eigene Karriere und eine neue Liebe, ein neues Glück aufzubauen. Doch Jule lässt nicht locker, am Ende haben alle verloren: Georg, Jule und die Kinder – die nächstes schmerzliche Lektion.

Am Ende des Romans ist Georg über sechzig und blickt erschöpft zurück. ‚Er war stets bemüht‘, würde im Arbeitszeugnis seines Lebens stehen. Einer, der bei Vorgesetzten und Kollegen gleichermaßen beliebt war und sich durch sein großes Einfühlungsvermögen ausgezeichnet hat. Doch leider fehlte ihm bei der Durchsetzung seiner Ziele die nötige Konsequenz und die Fähigkeit, Dinge auch gegen starke Widerstände durchzusetzen. So konnte Georg die ihm übertragenen Lebensaufgaben leider nicht zur vollsten Zufriedenheit ausführen. Er verlässt uns nach 315 Seiten auf eigenen Wunsch, um sich mit seiner Geschichte für die Shortlist des deutschen Buchpreises zu bewerben.

Ich wünsche Georg und Herrn Kumpfmüller bei diesem Unterfangen viel Erfolg und auf ihrem weiteren Lebensweg beruflich wie privat alles Gute.

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Verlag: Kiepenheuer & Witsch
320 Seiten, 19,99 €

Thomas Melle – Die Welt im Rücken

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Das Erste, was mir beim Melle-Lesen auffiel ist, dass das ja ein bisschen wie Stuckrad-Barres Panikherz ist, nur besser, nur ohne Udo, ohne diesen ganzen Show-Biz-Kram, irgendwie noch abgefahrener und ehrlicher. Da lässt einer die Hosen runter, aber jetzt mal so richtig, ohne Rücksicht auf Verluste. Nicht wie Stuckiman, der schon beim Schreiben die entsprechende Premierenlesung mit Playlist und Gastauftritt von Udo und Konsorten im Hinterkopf hatte. Melle hat gar nichts im Hinterkopf. Melle will reinen Tisch machen. Diesen ganzen Psycho-Scheiß endlich hinter sich lassen. Es aufschreiben, sich freischreiben, die Meute sich jetzt noch einmal das Maul über ihn zerreißen lassen und dann war es das, dann ist er damit durch. So der Plan. „Wenn ich mich nämlich nicht freischreibe, bleibe ich stecken, das weiß ich, und meine Texte würden weiter von diesen Doppelgängern bevölkert und beschwert sein.“

Jetzt heißt es überall zunächst einmal: Was? Der Melle ist irre? Und ich so: Hab ich mir doch gleich gedacht. Und mein Über-Ich sofort: Ach komm, hör auf. Aber es ist tatsächlich wahr. „Die Welt im Rücken“ ist autobiografisch, Melle ist Melle und keine Romanfigur. Er hat das Versteckspiel satt und sagt es frei heraus: Ja, ich bin krank, manisch-depressiv oder neudeutsch: bipolar gestört. Und er ist es immer noch, wird das nie wieder los, kann keine Entwarnung geben, uns kein Happy End anbieten.

Wie das so ist, wie es einem damit geht, das beschreibt er in diesem Buch. Und das macht er so gut, so intensiv und literarisch bemerkenswert, dass er damit schon wieder für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. Auch diese Nominierungs-Meriten scheinen ihn wie seine Krankheits-Schübe immer wieder zu ereilen. Nach „Sickster“ in 2010 und „3000 Euro“ im Jahr 2014 jetzt also schon wieder. Warum? Weil Melle einfach ein unglaubliches Talent ist, sprachlich virtuos, ein hochintelligenter Kopf und einer, der etwas zu erzählen hat.

Und hier hat er es sogar vergleichsweise einfach gehabt. Er musste sich nichts ausdenken, nicht in Charaktere schlüpfen, sich nicht hinter ihnen verstecken. Er musste keinen Plot aufbauen, sondern einfach nur dem Durchlittenen eine lesbare Struktur geben. Und das ist die große Stärke dieses Buches, das sich nicht Roman nennt und trotzdem sehr gute Chancen hat, der beste des Jahres zu werden. Es ist einfach schonungslos offen, ehrlich und authentisch. Ich ziehe meinen Hut vor so viel Mut, die Bereitschaft, auch das Intimste preiszugeben; die manischen Höhenflüge mit allen Peinlichkeiten, Arroganz- und Wutanfällen, sowie die tiefen Abstürze ins schwarze Loch der Depression.

Ich finde, es ist noch etwas anderes und wesentlich schwerer zuzugeben, dass alles aus einem selber kommt und nicht die Folge irgendeines Drogenmissbrauchs ist. Stuckrad-Barre hatte in seiner Panikherz-Drogenbeichte eine Exit-Option, konnte sich jederzeit von sich selber distanzieren und sagen: ‚Das bin nicht ich, das hat die Droge aus mir gemacht. Aber jetzt bin ich clean, alles ist vorbei‘. So eine Exit-Strategie gibt es für Thomas Melle nicht. Weder im Buch noch im wirklichen Leben. Das, was er da beschreibt, ist immer er, er und die Krankheit, beide untrennbar miteinander verbunden. Er ist die Krankheit und die Krankheit ist er. Als das ist er jetzt bekannt. Biopolarität wird der Literaturbetrieb zukünftig mit seinem Namen verbinden. Und dann heißt es vielleicht auf irgendeiner Lesung: Du, der Melle guckt so komisch. Ob er wieder einen Schub hat?

All das wird Thomas Melle vermutlich durch den Kopf gegangen sein, als er sich entschieden hat, dieses Buch zu schreiben. „Da muss ich, da will ich jetzt durch“, wird er sich gedacht und insgeheim geschworen haben, es so intensiv und bemerkenswert zu machen, dass manche Autoren bereit wären, ihr Schicksal mit seinem zu tauschen, wenn sie nur auch so ein Werk schaffen könnten.

Und genau so ist es geworden. Ich habe dieses Buch wie im Rausch innerhalb eines Wochenendes durchgelesen, habe Melle mit wachsender Begeisterung durch alle mentalen Berge und Täler begleitet, mir mehr als die Hälfte des Buches laut vorgelesen, um den Flow und den einzigartigen Sprachrhythmus noch intensiver zu erleben und das Buch am Ende tief beeindruckt aus der Hand gelegt.

Auch wenn ich erst zwei Titel von der diesjährigen Longlist gelesen habe: Melle ist jetzt schon mein absoluter Favorit auf den Titel. Und wenn ich mir das Autorenfoto im Umschlapklapper anschauen, dann habe ich das Gefühl, er rechnet selber auch damit. Oder warum guckt er sonst so komisch?

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Foto: Gabriele Luger

Verlag: Rowohlt Berlin
352 Seiten, 19,95 €

Auch Sophie Weigand vom Blog Literaturen hat diesen Titel besprochen und war begeistert.